„A Hard Day’s Night“ – zum 60-jährigen Jubiläum

Der erste Kinofilm der Beatles „A Hard Day’s Night“ und ihr drittes gleichnamiges Album wurden im Juli 1964 veröffentlicht

Der Podcast zur Radiosendung

 

Vorab die Fakten: „A Hard Day’s Night“ war das dritte Album der Beatles, das in weniger als 18 Monaten erschienen ist. Es kam in West-Deutschland am 9. Juli 1964 auf den Markt, in Großbritannien am 10. Juli. Der gleichnamige, erste Kinofilm der Beatles feierte am 6. Juli in London Premiere. Die A-Seite der LP enthält sieben Songs, die allesamt auch Bestandteil des Films waren. Auf der LP-Rückseite erschienen sechs Songs, die erst nach der Filmproduktion fertiggestellt wurden.
In den USA war bereits am 26. Juni 1964 der Soundtrack zum Kinofilm auf den Markt gekommen, beinhaltend die sieben Filmsongs, plus vier instrumentale Fassungen von Lennon/McCartney-Songs, die George Martin als orchestrale Filmmusik arrangiert hatte.
„A Hard Day’s Night“ ist das erste und einzige Beatles-Album, bei dem alle Songs von Lennon/McCartney geschrieben wurden, wobei der Hauptautor bei zehn der dreizehn Albumsongs John Lennon war. George Harrison spielte bei vielen Songs des Albums zum ersten Mal eine 12-saitige Rickenbacker-Gitarre, deren charakteristischer Sound den aufkommenden Folkrock vor allem in den USA (The Byrds) prägen sollte.
Bereits am 15. Juli 1964 hatte das Album Platz 1 der britischen Charts erreicht und behauptete sich dort 21 Wochen lang. Weltweit wurden bis heute rund 6 Millionen Exemplare verkauft.

 

A Hard Day's Night (Albumcover)

 

Mit dem schrägen Gitarrenakkord G7sus4add11, angeschlagen auf der 12-saitigen Rickenbacker-E-Gitarre 360/12, beginnt das Album wie der Film und signalisiert mit diesem überraschenden, damals noch unbekannten Sound, dass hier etwas Neues, Aufregendes und Elektrisierendes seinen Anfang nimmt. So wie die erste Strophe des Songs überrumpelnd losstürmt, so rennen die Beatles in der Eröffnungssequenz des Films ungestüm auf die Kamera zu, stolpern lachend übereinander, rappeln sich wieder auf, stürmen lachend weiter, ständig verfolgt von einer Menge schreiender jugendlicher Fans. Die vergnügliche Jagd durch 85 Minuten voller Slapstickszenen, absurd komischen Ereignissen, flapsigen Dialogen und hinreißenden Inszenierungen ihrer Songs nimmt Fahrt auf.
Dem Filmregisseur Richard Lester gelang eine temporeiche, amüsante Mischung aus fiktiver Dokumentation mit Spielfilmfragmenten, satirischer Komödie und intensivem Musikfilm – es war im Grunde die Vorwegnahme von späteren Videoclips im MTV-Musikfernsehen.

 

Filmplakat

 

Die Filmstory überzeichnet mit Drive und schrägem Humor zwei ereignisreiche Tage im Leben der Beatles. Nach dem geglückten Ausreißen vor ihren Fans reisen sie mit dem Zug von ihrer Heimatstadt Liverpool nach London, um dort in einer großen Fernsehshow aufzutreten. Auf dem Weg dorthin müssen sie groteske Abenteuer bestehen, ständig vor begeisterten Fans flüchten, geduldig Presse-Interviews geben, sich gegen auferlegte Pflichten ihres Managers wie Autogramme schreiben und Fanpost beantworten zur Wehr setzen, um trotz engem Terminplan ein paar kleine Freiräume zu erkämpfen. Bei den Proben im Studio nervt ein hochnäsiger Regisseur. Der Zeitdruck stresst. Und dann ist da noch die permanente Herausforderung, mit der Nervensäge klarzukommen, die sie im Schlepptau haben: Pauls renitenten und ewig stänkernden Großvater, der permanent für Unruhe, aber auch witziges Chaos sorgt. Sein intrigantes Aufstacheln von Ringo, die andern würden ihn nur ausnutzen, sorgt dafür, dass fast die ganze Fernsehshow platzt. Aber nur fast. Am Ende geht die turbulente Geschichte natürlich gut aus. Die Beatles geben ein brillantes TV-Konzert und werden von ihren Fans gefeiert.
Zu guter Letzt ist erfreut zu spüren: Der Film und die Musik vermitteln auf wunderbare Weise Gefühle von Freiheit, Leichtigkeit, Natürlichkeit und Lebensfreude.
Fazit: Nach sechs Jahrzehnten ist der Film „nicht gealtert und nicht veraltet; er steht außerhalb seiner Zeit, seines Genres und sogar des Rock. Er ist einer der großen lebensbejahenden Meilensteine des Kinos“ (Roger Ebert).

 

The Beatles 1964
(Hötorgscity_1963.ingen uppgift, Public domain, via Wikimedia Commons)

 

Die dreizehn Songs des Albums gehören zum Besten, was die Popszene im Sommer 1964 zu bieten hatte. Vor allem die stilprägende Ballade „And I Love Her“, das romantische Kunstlied „If I Fell“, der differenzierte Song „Things We Said Today“ und die mitreißenden Uptempo-Titel „Any Time At All“, „You Can’t Do That“ und natürlich das Titelstück, machen hörbar, welches Qualitätsniveau die Beatles bereits erreicht haben und lassen ahnen, was von ihnen noch zu erwarten ist.

 

US-Albumcover

 

Die Playlist zur Sendung „A Hard Day’s Night“ wird 60

Artist / Track / Album / Label
1. L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records
2. The Beatles / Can’t Buy Me Love / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
3. Ella Fitzgerald / Can’t Buy Me Love / Hello Dolly / Verve
4. The Beatles / A Hard Day’s Night / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
5. Blues Beatles / A Hard Day’s Night / Blues-Beatles / Tratore
6. The Beatles / When I Get Home / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
7. The Beatles / You Can’t Do That / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
8. The Beatles / And I Love Her / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
9. Kurt Cobain / And I Love Her / Montage Of Heck: The Home Recordings / Universal
10. V.A. / And I Love Her (Cover) / diverse / diverse
11. The Beatles / Things We Said Today / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
12. Bob Dylan / Things We Said Today / The Art of McCartney / Arctic Poppy
13. The Beatles / I’ll Be Back / A Hard Day’s Night / Parlophone, EMI
14. MonaLisa Twins / I’ll Be Back / MonaLisa Twins play Beatles & more, Vol. 2 / Woolgoose Records

Die übrigen Albumsongs, die in dieser Stunde aus Zeitgründen nicht gespielt werden konnten, sind Bestandteil der Sendung „Kramladen“ vom 03.07.2014 zum 50-jährigen Jubiläum von „A Hard Day’s Night“ – enthalten im Radio-Rebell-Archiv.

 

Single - Cover

 

Die Sendung „A Hard Day’s Night wird 60“ läuft in ByteFM am Do 04.07.24 um 23 Uhr und am Sa 06.07.24 um 14 Uhr, wird ausgestrahlt über DAB+ und UKW von Antenne Mainz am Do 04.07.24 um 23 Uhr und läuft in Radio-Rebell am 04., 05. und 06.07.24, jeweils um 22 Uhr.

Hier ist der Zusammenschnitt der Sendung „A Hard Day’s Night wird 60“ als Podcast zu hören:

 

 

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