Henni Nachtsheim und Ali Neander mit Band auf Jubiläums-Tour „20 Jahre: Es wird Zeiten geben“
Die kreative Zusammenarbeit zwischen Henni Nachtsheim und Ali Neander reicht weit zurück bis in die Anfänge der Rodgau Monotones, als Henni Nachtsheim Sänger, Saxophonist und Co-Songschreiber der Monotones war und Ali als Leadgitarrist und Komponist der heimliche Anführer der Band war. Die produktive Zusammenarbeit der beiden hat sich über all die Jahrzehnte fortgesetzt, führte z.B. zum ungemein populären Eintracht Frankfurt-Musical „Adlerherzen“ und zum Hessen-Musical „Der allmächtige Handkäs“ beim diesjährigen Hessentag in Fulda und geht jetzt aktuell in die nächste Runde: eine Konzerttour mit Henni, Ali & Band zum 20-jährigen Jubiläum des Debüt-Soloalbums von Henni Nachtsheim „Es wird Zeiten geben“.

Die Arbeitsteilung bei all diesen Projekten ist Henni: Text und Gesang, Ali: Musik und Arrangement.
Aus Anlass der neuen Tour geben Beide im Interview Auskunft über die jüngsten gemeinsamen Projekte und geplanten Aktivitäten. Von Ali Neander ist zu erfahren wie seine Zusammenarbeit mit der hr-Bigband beim gemeinsamen Auftritt beim diesjährigen Deutschen Jazzfestival Frankfurt verlief. Ihm, als erstem deutschen Rock-Gitarristen und Komponisten, wurde die Ehre zuteil, den deutschen Jazz-Olymp zu betreten und mit dem edlen Klangkörper der renommierten hr-Bigband auf der Bühne des Deutschen Jazz-Festivals zu stehen und als Sologitarrist und Frontmann eigene Kompositionen zu spielen.

Das 20-jährige Jubiläum des Debüt-Soloalbums „Es wird Zeiten geben“ von Henni Nachtsheim wirft wieder die Frage auf, warum die absolut radiotauglichen Songs damals keine Radio-Hits wurden und warum auch das zweite Album „… dann tanzt die Omma mit George Clooney!“ über die treuen Fankreise der Badesalz- und Rodgau Monotones-Community keine bundesweite Verbreitung fanden?
Die Songtexte der beiden Soloalben von Henni Nachtsheim „Es wird Zeiten geben“ und „…dann tanzt die Omma mit George Clooney!“ bestechen durch feinen, niemals grobschlächtigen oder schenkelklopfenden Humor, sind manchmal frech aber nie zynisch, enthalten viele Alltagsbeobachtungen, die originell formuliert sind. Und die Musik von Ali Neander ist einfach, aber durchaus raffiniert komponiert, ist pop-affin und radiotauglich produziert mit eingängigen Refrains, die sofort zugänglich sind doch niemals anbiedernd. Insgesamt sind diese Songs für mich persönlich originelle deutschsprachige Popsongs durchaus mit Hitpotential, wurden aber nach meiner Meinung arg unterbewertet und von der Kritik wie vom Publikum nicht ausreichend gewürdigt. Woran könnte das liegen? Dazu eine These, gestützt von Recherchen:
Die Songs haben eine sofort hörbare Qualität und Eigenart mit präzisen, humorvollen Alltagsbeobachtungen und eingängigen, handwerklich vorzüglich ausgearbeiteten Pop-Arrangements. Dass sie kein größeres Publikum fanden, liegt keinesfalls an mangelnder Attraktivität und Qualität, sondern vermutlich an einer ungünstigen Kombination aus Marktposition, Etikettierung und fehlender medialer Schubkraft.

Henni Nachtsheim wurde 2006 primär als Badesalz-Comedian und Ex-Rodgau-Monotones-Sänger wahrgenommen, nicht als „neuer deutschsprachiger Popsongwriter“. Diese Vorgeschichte konnte ein Publikum zwar neugierig machen, führte aber auch dazu, dass die Musik vorschnell als Comedy-Soloprojekt des Badesalz-Mitglieds, oder als Nostalgieprojekt des Ex-Rodgau Monotones-Sängers Nachtsheim eingeordnet wurde.
Die Songtexte, Kompositionen und Arrangements waren zu „sophisticated“ anspruchsvoll und zu songorientiert für ein Comedy-Publikum, aber nicht „modern“, jung, hip oder genre-klar genug für Popredaktionen und Musikmedien. Sie bewegten sich zwischen Chanson, Pop, Rock, leichtem Funk und Kabarett – eine Stärke der Songs, aber im Radio- und Playlist-System eher ein Nachteil.
Deutschsprachige Popmusik mit Humor hat zudem ein Rezeptionsproblem: Witzige Texte werden leicht als „lustig, aber nicht ernst zu nehmen“ abgewertet. Gerade Henni Nachtsheims Stärke – Alltägliches präzise, frech und menschlich zu formulieren, ohne zynisch zu werden – passt nicht in die gängigen Kategorien „Liedermacher/Singer-Songwriter“ oder „Chartpop“.
Das Debütalbum erschien 2006 bei 105 Music, dem Label hinter Künstlern wie Annett Louisan und Stefan Gwildis – also in einem Umfeld für erzählerische, erwachsene deutschsprachige Popmusik. Das war inhaltlich passend, aber Henni Nachtsheim fehlte vermutlich die eine große Single, ein viraler Moment oder eine starke mediale Kampagne, die ihn über die vorhandenen Fan- und Regionalnetzwerke hinaus sichtbar gemacht hätte.

Hinzu kommt: Seine öffentliche Präsenz war stark mit Badesalz verbunden. Das sicherte ihm Bekanntheit, konnte aber die Wahrnehmung als eigenständiger Musiker überlagern. hr1 stellt in der aktuellen Tour-Ankündigung ausdrücklich beide Identitäten nebeneinander: Badesalz, Rodgau Monotones auf der einen, Soloalben auf der anderen Seite – ein Hinweis darauf, wie sehr seine Solo-Musik im Schatten dieser bekannten Projekte steht.
Die damalige Kritiker-Reaktion z.B. von auf „Es wird Zeiten geben“ zeigt das Muster recht deutlich: man würdigte Stimme, Texte und Produktion, monierte aber, dass vieles vertraut wirke und zu nah am früheren Band-Sound der Rodgau Monotones liege. Das ist eine typische Kritikerfalle für Künstler mit starker Vorgeschichte: Neuheit wird an der eigenen Biografie gemessen, nicht daran, ob die Songs in sich funktionieren.

Für das zweite Album „… dann tanzt die Omma mit George Clooney!“ war die Rezeption freundlicher; Der Rezensent von fand das Album „rundum hervorragend“, eingängig und radiotauglich. Aber eine einzelne positive Nischenrezension erzeugt selten den Durchbruch – dafür wären Radio-Support, Playlist-Platzierungen, Festivalauftritte oder ein medialer Anlass nötig gewesen.
Die Alben wurden trotz ihrer hohen Qualität und Eigenart von Vielen „überhört“, weil sie in keine der einfachen Vermarktungskategorien passten: weder Comedy-Album noch typischer deutschsprachiger Pop, weder Liedermacher noch Rock, weder modisch-jung noch explizit nostalgisch. Dazu kam die starke Prägung durch Badesalz und die Rodgau Monotones. Dass die Titel 20 Jahre später für eine Jubiläumstour wieder aufgegriffen werden, spricht allerdings dafür, dass sie ein treues Publikum gefunden haben – nur eben kein massenmediales. Henni und Ali werden’s verschmerzen.

Die Playlist zur Sendung „Henni & Ali – live“
Artist / Track / Album / Label
1. L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records
2. Henni Nachtsheim / Es wird Zeiten geben / Es wird Zeiten geben / 105 Music, Sony BMG
3. Henni Nachtsheim & Band / Dann tanzt die Omma mit George Clooney (Live) / The Radioshow / Musiversum, Indigo
4. Henni Nachtsheim & Band / Wie säh' das aus...- (live) / Wie säh' das aus… (Single) / 105 Music, Sony BMG
5. Henni Nachtsheim / George Best / Dann tanzt die Omma mit George Clooney / Musiversum, Indigo
6. Henni Nachtsheim / Alles durcheinander / Es wird Zeiten geben / 105 Music, Sony BMG
7. Martin 'Dog' Kessler / Reckoning / Boom a Loon / Starway Studio

8. Almut Ritter Orbis Mundi / Talking Violin / The Collection of Orbis Mundi / Kreakustik Records
9. Ali Neander Organ Quartet / Last Train Home / Jazz Songs / ESC Records
10. Henni Nachtsheim / Irgendwas fehlt immer / Dann tanzt die Omma mit George Clooney / Musiversum, Indigo
11. Henni Nachtsheim / Herz rotschwarz gestreift / Eintracht Frankfurt-Sampler / Indigo Musikproduktion

Die Sendung „Henni & Ali – live“ läuft in
- ByteFM am Do 05.11.26 um 23 Uhr und Sa 07.11.26 um 14 Uhr
- Antenne Mainz via DAB+, UKW, online streaming am Do 05.11.26 um 23 Uhr und am So 08.11.26 um 22 Uhr
Radio-Rebell von Fr 06. bis Mo 09.11.26, täglich, jeweils um 22 Uhr, darüber hinaus während der Tour von Henni, Ali & Band bis 2. Dezember zu unterschiedlichen Sendezeiten

Der Zusammenschnitt der Sendung „Henni & Ali – live“ (Länge 43:18) ist als Podcast hier zu hören:

Das komplette Interview mit Henni Nachtsheim (Länge 23:24) ist als Podcast hier zu hören:

Das komplette Interview mit Ali Neander (Länge 35:13) ist als Podcast hier zu hören:

Konzert-Termine der Jubiläums-Tour „20 Jahre Es wird Zeiten geben“ mit Henni Nachtsheim, Ali Neander & Band:
6. November 2026: Idstein-Wörsdorf – Scheuer
12. November 2026: Dreieich – Bürgerhaus
18. November 2026: Aschaffenburg – Colos-Saal
26. November 2026: Marburg – KFZ
27. November 2026: Darmstadt – Centralstation
2. Dezember 2026: Frankfurt – Batschkapp