Snowy White – unterbewertet, wenig bekannt, aber ungebrochen kreativ

Vorgestellt: das neue Album „The Finishing Touch“ (VÖ: 26.06.2026)

Der Podcast zur Sendung

Snowy White – „The Finishing Touch“: hochkarätiger Bluesrock, der unter anderem mit engagierten Songtexten politisch Stellung bezieht

 

Snowy White (Pressefoto nn)

 

Es gibt Gitarristen, die sich in den Pop-Geschichtsbüchern verewigt haben, weil sie sich spektakulär in Szene zu setzen wussten. Und es gibt viele, die in der Schublade „ferner liefen“ abgelegt wurden, wo man sie zu Unrecht vergessen hat. Und es gibt einige Könner ihres Fachs, die wegen ihrer enormen Fähigkeiten wohl wahrgenommen wurden, aber nie in der ersten Riege auftauchten, obwohl sie dort hingehören.
Der britische Blues- und Rockgitarrist Snowy White, Jahrgang 1948 gehört zu den besonderen Persönlichkeiten der britischen Gitarristen-Szene, deren Bedeutung nicht auf Posing, Inszenierung oder lautstarkes Auftrumpfen angewiesen ist, sondern aus Authentizität, Klarheit und Haltung entsteht und sich in einem individuellen Ton beweist, der in seiner Konzentration auf das Wesentlich mehr zu erzählen weiß als so manche der zirkusreifen Tonsalven virtuos gniedelnder Gitarren-Stars.

 

Albumcover

 

Mit „The Finishing Touch“ legt der britische Gitarrist, Sänger und Songschreiber nun sein jüngstes Studioalbum mit 10 neuen Tracks vor, die ebenso entspannt wie konzentriert wirken, offensichtlich geschrieben und produziert mit ruhiger Hand.
Die Musik ist warm, unaufgeregt, klanglich transparent und vermittelt jene Gelassenheit, die nur Künstler entwickeln, die nichts mehr beweisen müssen.
Neben Songs aus seinem neuen, überwiegend ruhigen und erstaunlich persönlichen Spätwerk sind in dieser Sendung auch ein paar seiner Gastauftritte aus seinem über fünfzigjährigen Musikerleben zu hören – als Weggefährte von Peter Green, als Tour-Gitarrist von Pink Floyd und Roger Waters solo, als melodische Stimme bei Thin Lizzy und als Begleitgitarrist des Pink Floyd-Keyboarders Richard „Rick“ Wright.
In all diesen unterschiedlichen Musikstücken ist Snowy Whites besondere Qualität zu hören: seine Individualität als Gitarrist, seine musikalisch ausdrucksstarke Erzählweise und seine Meisterschaft in einer Kunst, die selten geworden ist: der Kunst der Reduktion auf das Wesentliche.
Im neuen Album „The Finishing Touch“ lässt sich Snowy White aber nicht auf seinen Status als Könner an der Bluesrock-Gitarre reduzieren.
Als Songschreiber bezieht er Stellung gegen die „Scharlatane, Lügner, Betrüger, die Glücksritter, Fanatiker und Trolle“. In seinem Song „Minefield“ (Minenfeld) benennt er expressis verbis, „diesen bösen kleinen Gremlin, der sich im Kreml versteckt“.
Und Im Titelstück des Albums attackiert er einen skrupellosen Diktator und Kriegstreiber, der eine friedliche Welt in Schutt und Asche legt. Doch die letzte Strophe prophezeit, dass die Vergeltung ihn einholen wird. „Am Ende siegt immer die Gerechtigkeit, egal wie lange es dauert / Dann wird die Welt zu einem friedlicheren Ort / Wegen dieses finalen Akts: The Finishing Touch“.

 

Self-Potrait Oil Painting Snowy White

 

Biographische Notizen (zusammengestellt aus verschiedenen Quellen, Pressematerial der Plattenfirma, Wikipedia, Künstler-Website)
Snowy White gehört zu einer Handvoll klassischer, bluesorientierter britischer E-Gitarristen – Musiker, deren Sound, Technik und Stil die Originalität des Blues mit der Faszination des zeitgenössischen Rocks verbinden.
Er hat seinen eigenen Stil des „englischen“ Blues entwickelt, eine Kombination aus klaren, sauberen Blues-Phrasen und kantigeren Riffs, die ein unverkennbares Merkmal seiner sehr persönlichen Songs sind.
In den Siebzigern tourte er an der Ostküste Amerikas, kam dabei bis nach New Orleans und stellte fest, dass ihm das Leben „on the road“ außerordentlich gefiel. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits Freundschaft mit dem mittlerweile legendären englischen Blues-Gitarristen Peter Green geschlossen, und die beiden verbrachten viel Zeit damit, gemeinsam zu jammen. Im Herbst 1976 wurde er eingeladen, als erster zusätzlicher Musiker mit Pink Floyd durch Amerika und Europa zu touren – ein Engagement, das den größten Teil seiner Zeit im Jahr 1977 in Anspruch nahm. 1978 bat ihn der Keyboarder der Band, Rick Wright, auf dessen Soloalbum mit dem Titel „Wet Dream“ Gitarre zu spielen, das dieser in Südfrankreich aufnahm.
1979 beschloss Peter Green, noch einmal ins Studio zu gehen, und lud Snowy White und seine Band zum Jammen ein. Das Ergebnis war das Album „In the Skies“, das heute so etwas wie ein Sammlerstück ist.
Anschließend wurde er von Pink Floyd gebeten, nach Amerika zu reisen, um ihre neue Show mit dem Titel „The Wall“ einzustudieren, und gleichzeitig lud ihn die Rockband Thin Lizzy ein, festes Mitglied zu werden. Nach Abschluss der US-Tournee der Floyds kehrte er nach England zurück und begab sich direkt ins Studio, um sein erstes Thin-Lizzy-Album „Chinatown“ aufzunehmen. Snowy White blieb fast drei Jahre lang bei der Band, tourte mit ihr und nahm 1982 gemeinsam mit ihr „Renegade“ auf, bevor er die Band verließ, um seine Solokarriere voranzutreiben.
Snowys erstes Soloalbum trug den Titel „White Flames“. Dieses Album enthielt den von Snowy geschriebenen, zeitlosen Song „Bird of Paradise“, der weltweit zu einer Hit-Single wurde.
1987 gründete er eine bluesorientierte Band, die Blues Agency, mit der er zwei Alben aufnahm: „Change My Life“ und „Open For Business“.
Zwischen 1993 und 2000 tourte er mit zwei brillanten niederländisch-indonesischen Musikern auf: Juan van Emmerloot (Schlagzeug/Percussion) und Walter Latupeirissa (Bass und Rhythmusgitarre). Als „The White Flames“ nahmen sie eine Reihe von Alben auf, darunter „No Faith Required“, „Restless“, „The Way It Is“ und „Realistic“, und traten in ganz Europa auf. Später wurde die Band durch Max Middleton am Keyboard verstärkt.

 

Snowy White and the White Flames (Pressefoto)

Von 1999 bis 2014 tourte Snowy White mit Roger Waters um die Welt, unter anderem im Rahmen der „The Dark Side Of The Moon“-Tour und der groß angelegten „The Wall“-Tour. Zwischen den Tourneen gründete er das Snowy White Blues Project und nahm die Alben „In Our Time Of Living“ und „In Our Time…Live“ auf. Seit 2016 veröffentlichte er sieben Soloalben unter dem Namen Snowy White And The White Flames, das jüngste, „The Finishing Touch“, das der Anlass dieser Sendung ist, erschien am 26.06.2026

 

Snowy White (Pressefoto)

 

Die Playlist zur Sendung „Snowy White – The Finishing Touch“
Artist / Track / Album / Label / Zeitplan

1. L.Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records /

2. Peter Green / Slabo Day / In The Skies / PVK, EMI

3. Snowy White and The White Flames / Music All My Life / The Finishing Touch / Snowy White Rec., Believe

4. Snowy White and The White Flames / Lost in The Blues / The Finishing Touch / Snowy White Rec., Believe

5. Roger Waters / Comfortably Numb, Shine On You Crazy Diamond / In The Flesh / Columbia

6. Roger Waters / Nobody Home / The Wall Live In Berlin / Universal

7. Snowy White and The White Flames / Minefield / The Finishing Touch / Snowy White Rec., Believe

8. Tom Newman and Friends / For Old Times / Snow Blind / West-Red Fish Records

9. Snowy White and The White Flames / The Finishing Touch / The Finishing Touch / Snowy White Rec., Believe

 

Selfpotrait Oil Painting Snowy White

 

Die Sendung „Snowy White – The Finishing Touch“ läuft in
- Antenne Mainz via DAB+, UKW und Online-Streaming am Do 25.06.26 um 23 Uhr und am So 28.06.26 um 22 Uhr
- in Radio-Rebell vom Do 25. bis So 28.06.26, jeweils um 22 Uhr
- in ByteFM am Do 03.07.26 um 23 Uhr und am Sa 04.07.26 um 14 Uhr

Der Zusammenschnitt der Sendung „Snowy White – The Finishing Touch“ ist als Podcast hier zu hören:

 

 

Snowy white British guitarist Snowy White in Ottawa, 2007

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