Auch als Studio- und Session-Gitarrist hat er markante Spuren in der Popwelt hinterlassen
Neben seiner Arbeit für Pink Floyd und für seine Solo-Alben und -Konzerte hat sich David Gilmour als Gastmusiker, Studio- und Sessionmusiker auch an Musikprojekten anderer Musiker und Musikerinnen beteiligt. Zwischen 1970 und 2024 kamen (laut Wikipedia) ca. 35 Gastauftritte zusammen. In der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Künstlern und Künstlerinnen bewies er sich als wandlungsfähiger Gitarren-Universalist, der in den verschiedensten Genres zu überzeugen weiß.
David Gilmours Arbeit als Gastmusiker, Studio- und Session-Gitarrist wird in der Musikwelt und von Kritikern extrem positiv beurteilt. Sein Beitrag wird oft als "veredelnd" oder als "Gitarrenmagie" beschrieben, die einem Song sofortigen Wiedererkennungswert und emotionale Tiefe verleiht
David Gilmour ist kein typischer "Hired Gun"-Sessionmusiker, der einfach nur technische Parts abliefert. Künstler buchen ihn, weil sie seinen spezifischen Sound – emotionale, melodische Soli, Blues-Phrasierung, langes Sustain (Halten der Töne) und ausdrucksstarke Bendings – auf ihrem Track haben wollen.
Anstatt zu versuchen, nur technisches Handwerk, sprich Geschwindigkeit und virtuoses Posing zu zeigen, konzentriert sich David Gilmour auf die Melodie und den emotionalen Gehalt des jeweiligen Songs. Sein Spiel baut oft Spannung auf, indem es unerwartete Töne setzt oder den Raum zwischen den Tönen nutzt.

Kritiker und Fans stellen oft fest, dass David Gilmour durchschnittliche Songs durch seine Mitwirkung aufwertet. Sein Solo wird häufig als der einprägsamste Teil des gesamten Stücks empfunden.
Trotz seines einzigartigen Sounds hat David Gilmour in sehr unterschiedlichen Kontexten gearbeitet – von Pop (Paul McCartney, Bryan Ferry, David Bowie, Tom Jones) über Art-Rock (Kate Bush, Roy Harper, Robert Wyatt, Supertramp, Peter Gabriel) und Power-Pop (Pete Townshend, Arcadia) bis hin zu Blues (Paul Rodgers, Jools Holland, B.B.King) und elektronischer Musik (The Orb, Alan Parsons), für die er mal Rock-Riffs, mal emotionale Soli von exzellenter Qualität beisteuerte.
Gelegentlich wurde angemerkt, dass seine solistischen Beiträge so markant sind, dass sie den ursprünglichen Künstler in den Schatten stellen können.
In der Beurteilung seiner Eignung als Gastmusiker wird meist besonders hervorgehoben,
dass seine Soli oft wie eine zweite Gesangsstimme wirken,
dass er meist reduziert und manchmal nur wenige Töne spielt, diese einzelnen Töne aber durch seine außergewöhnliche Spieltechnik maximal in Szene setzt,
dass er Effekte wie Echo und Verzerrung nicht als Blendwerk nutzt, sondern um eine räumliche Tiefe zu erzeugen, die zum Markenzeichen des jeweiligen Songs werden kann.
In der Beschreibung seiner Gastauftritte wurde immer wieder dies herausgestellt: Sein Spiel sorgt für emotionale Höhepunkte. David Gilmours Gastauftritte sind nicht „inflationär“. Man verpflichtet ihn gezielt. Wenn er mitarbeitet, hat das Gewicht. Dabei geht es nicht um Virtuosität, sondern um Wirkung. Seine Beiträge sind meist atmosphärisch, songdienlich und niemals Selbstzweck. Statt Gitarrenfeuerwerk sorgt er für klangliche Veredelung und emotionale Tiefe. David Gilmour war nie ein Vielspieler im Sessionbetrieb, sondern ein gezielt verpflichteter „Premium-Gastmusiker“.
David Gilmours Session-Arbeit als Gastmusiker wird als eine Erweiterung seiner künstlerischen Persönlichkeit angesehen, bei der er seine meisterhafte Fähigkeit, exzellente Gitarrensoli mit emotionaler Tiefe zu kreieren und organisch wirkende Spannungskurven aufzubauen, auch in die Musik anderer Künstler einbringt.
Die Playlist zur Sendung „David Gilmour – zum 80. Geburtstag. Teil 3. Der Gastmusiker“
Artist / Track / Album / Label
0. Montage (Tom Jones / Mica Paris / Liona Boyd / Rachid Bahri / Alan Parsons)
1. L.Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records /
2. Rod Stewart feat. Davis Gilmour, John Paul Jones / In A Broken Dream / The Rod Stewart Sessions 1971-1998 / Warner Bros
3. Warren Zevon feat. David Gilmour / Run Straight Down / Transverse City / Virgin
4. Tom Jones feat. David Gilmour / Purple Rain / The Right Time Television Show / ITV
5. Paul McCartney / No More Lonely Nights / Give My Regards To Broadstreet / Parlophone, EMI
6. Bryan Ferry / Is Your Love Strong Enough / More Than This / Virgin
7. Kate Bush / Love And Anger / The Sensual World / Columbia
8. Kate Bush / Rocket’s Tail / The Sensual World / Columbia
9. Kate Bush & David Gilmour / Running Up That Hill / The Secret Policeman‘s Third Ball / Virgin
10. Pete Townshend feat. David Gilmour / White City Fighting / White City: A Novel / Atco
Die Sendung „David Gilmour – zum 80. Geburtstag. Teil 3. Der Gastmusiker“ wird von Antenne Mainz über DAB+ und UKW ausgestrahlt: am Do 19.03.26 um 23 Uhr und am So 22.03.26 um 22 Uhr
Und ist in Radio-Rebell zu hören vom 19. bis 22.03.26 jeweils um 22 Uhr
Der Zusammenschnitt der Sendung „David Gilmour – zum 80. Geburtstag. Teil 3. Der Gastmusiker“ ist als Podcast hier zu hören: