Zum 50-jährigen Jubiläum des berühmten Albums „Wish You Were Here“

Das Pink Floyd Album „Wish You Were Here“, das im September 1975 erschien und nun in einer aufwändigen „50th anniversary edition“ als Wiederveröffentlichung mit vielen bislang unbekannten Bonustiteln erneut auf den Markt kommt, wird von manchen Experten als eines der besten Alben von Pink Floyd bezeichnet. Warum?
Das Originalalbum gilt als Meisterwerk, weil es nicht nur musikalisch brillant ist (mit epischen Songs wie „Shine On You Crazy Diamond“), sondern thematisch tiefgründig. Man kann es verstehen als berührende Hommage an den im Drogennebel versunkenen Mitbegründer und ersten Anführer von Pink Floyd Syd Barrett, als eine Kritik an der Musikindustrie, die den kreativen Geist auspresst, und als eine Auseinandersetzung mit Themen wie Entfremdung und Verlust, was an die Sujets der Vorläuferalbums „Dark Side Of The Moon“ anknüpft und diese emotional noch vertieft.

Die Songs „Wish You Were Here“ und „Shine On You Crazy Diamond“ können interpretiert werden als emotionale Reaktion auf den geistigen Verfall und das allmähliche Versinken in Drogenabhängigkeit und psychischen Problemen von Pink Floyds frühem Frontmann Syd Barrett. Beide Songs klingen wie direkte Abschiedsbriefe an ihn.
Songs wie „Welcome to the Machine“ und „Have a Cigar“ sind scharfe Satiren auf die Kommerzialisierung der Musik und die Ausbeutung von Künstlern durch Plattenfirmen, zu verstehen auch als eine Reaktion auf die Massenmedienpräsenz nach dem Erfolgsalbum „Dark Side Of The Moon“.

Kritiker wiesen auf die konzeptuelle Stärke des Albums hin. Die Rede war von „Wish You Were Here“ als einem kohärenten Konzeptalbum, das die Themen Isolation, Abwesenheit und den Verlust von Unschuld anspricht und somit eine Brücke zwischen dem eher philosophischen „Dark Side Of The Moon“ und dem narrativen Album „The Wall“ schlägt.
Nach dem enormen Erfolg des Vorgängeralbums hatten Pink Floyd die Freiheit, ein Album zu schaffen, das nicht auf Radio-Hits aus war, sondern auf künstlerischer Integrität und persönlicher Bedeutung basierte.
Es ist die gelungene Mischung aus persönlicher Trauer, sozialer Kritik und musikalischer Innovation, die „Wish You Were Here“ zu einem zeitlosen Klassiker macht.

Neben Ausschnitten aus der Jubiläumsedition sind in dieser Kramladen-Ausgabe auch Titel aus den beiden jüngsten Live-Produktionen von Roger Waters („This Is Not A Drill - Live from Prague“) und David Gilmour („Luck and Strange Concerts, Live At The Circus Maximus, Rome“) zu hören, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden – außerdem ein aktuelles Interview mit dem Pink Floyd-Schlagzeuger Nick Mason zum Jubiläums-Album „Wish You Were Here 50“, was als Beleg für die Überschrift der Sendung gelten kann: „Pink Floyd – der Mythos lebt“.

Die Playlist zur Sendung „Pink Floyd. Der Mythos lebt. Teil 1“
Artist / Track / Album / Label
1. Roger Waters, David Gilmour, Pink Floyd / Montage Album-Intros / diverse / diverse
2. L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records
3. Pink Floyd / Wish You Were Here, featuring Stéphane Grappelli / Wish You Were Here 50 / Sony Music
4. Pink Floyd / Have A Cigar, feat. Roy Harper / Wish You Were Here / Harvest Records
5. Pink Floyd / Have A Cigar [Alternate Version] / Wish You Were Here 50 / Sony Music
6. Pink Floyd / Shine On You Crazy Diamond [New Stereo Mix] / Wish You Were Here 50 / Sony Music
7. David Gilmour / Wish You Were Here [Live from the Luck and Strange Concerts] / Live At The Circus Maximus, Rome / Sony Music
8. Roger Waters / Wish You Were Here / This Is Not A Drill - Live from Prague / Sony Music
9. Pink Floyd / Shine On You Crazy Diamond [New Stereo Mix] / Wish You Were Here 50 / Sony Music

Die Sendung „Pink Floyd. Der Mythos lebt. Teil 1“
läuft in ByteFM am Do 18.12. um 23 Uhr und am Sa 20.12.25 um 14 Uhr,
wird von Antenne Mainz über DAB+ und UKW ausgestrahlt: am Do 18.12. um 23 Uhr und am So 21.12.25 um 22 Uhr
und läuft in Radio-Rebell vom 19. bis 21.12.25 jeweils um 22 Uhr

Der Zusammenschnitt der Sendung „Pink Floyd. Der Mythos lebt. Teil 1“ ist als Podcast hier zu hören: