Brigitte Bardot – die Sängerin

Neben ihrer Filmkarriere war die verstorbene BB auch eine eigenwillige Chanson-Sängerin

Der Podcast zur Sendung

Brigitte Bardot - 1962

 

Brigitte Bardot, eine der ikonischsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Sie hinterlässt ein Erbe, das weit über ihre glanzvolle Karriere als Schauspielerin hinausgeht. Die französische Diva, die in den 1950er und 1960er Jahren zu einem weltweiten Symbol der Sinnlichkeit und sexuellen Freiheit wurde, prägte das Bild der Frau im Film und in der Gesellschaft damals wie kaum eine andere. Mit Rollen in Filmklassikern wie „Und immer lockt das Weib“ und „Die Verführung“ zog sie die Blicke der Welt auf sich und hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in der Geschichte des internationalen Kinos.

BB - als Sängerin unterschätzt?
Doch Brigitte Bardot war nicht nur Schauspielerin – sie war auch eine eigenständige Sängerin mit einer vokalen Mischung aus schauspielerischer Note und Sprechgesang. Schon in den frühen sechziger Jahren wagte sie sich in die Musikszene und veröffentlichte bis 1969 vier Studioalben und etliche Singles, von denen einige zumindest in Frankreich recht erfolgreich waren – geschrieben von den besten damaligen Chanson-Komponisten und Textdichtern.
Besonders ihre Zusammenarbeit mit dem Chanson-Revolutionär Serge Gainsbourg, etwa bei dem unvergessenen Pop-Chanson „Bonnie and Clyde“ und bei der Urfassung des Skandal-Chansons „Je t'aime... moi non plus“, brachte ihr vor allem in der französischen Musikwelt großen Erfolg und Anerkennung. Auf eine gesangliche Ausbildung legte sie keinerlei Wert. Sie sang, wie sie ihre Filmrollen spielte: natürlich, authentisch, kess. Wohlmeinende Kritiker bescheinigten ihrer Stimme sogar einen besonderen Ausdruck „in Verbindung mit einer rebellischen und zugleich poetischen Ästhetik“, weshalb ihr – ohne Zweifel – individueller Gesang von vielen als ähnlich faszinierend wie ihre Schauspielkunst geschätzt wurde.

 

Albumcover

 

BB und ihr Tierschutz extrem
Neben ihrer künstlerischen Karriere wurde Bardot in den späteren Jahren ihres Lebens vor allem durch ihr leidenschaftliches Engagement für den Tierschutz bekannt. Sie gründete 1986 die Stiftung Brigitte Bardot, die sich weltweit für den Tierschutz starkmacht. Ihre Arbeit in diesem Bereich brachte ihr allerdings nicht nur großen Respekt, sondern auch Kritik ein – wegen ihrer zunehmenden Radikalität in Tierschutzfragen. Nicht nur in diesem Punkt war ihre öffentliche Haltung in den letzten Jahren umstritten.

BB – als Rechtspopulistin
In jüngerer Zeit jedoch kam Brigitte Bardot auch durch ihre politischen Äußerungen in die Schlagzeilen. Sie vertrat immer wieder rechtspopulistische und nationalistische Ansichten, die vielfach als rassistisch kritisiert wurden. Ihre Aussagen zur Einwanderung und zu Minderheitengruppen sorgten für Empörung und führten dazu, dass ihr früherer Glanz nun von politischer Kontroversität überschattet wurde.
Brigitte Bardot war zweifellos eine Frau, die die Welt durch ihre Kunst und ihr Engagement beeinflusste. Ihr Leben war von Widersprüchen geprägt – von der Leinwandgöttin zur Tierschutzikone, von der Sängerin zur politischen Provokateurin. Sie hinterlässt eine bleibende Spur, die in der Geschichte der französischen Kultur und Gesellschaft einzigartig ist.

 

Albumcover

 

BB und die Beatles
Der Kramladen beschäftigt sich ausführlich mit ihren Chanson-Veröffentlichungen und mit ihrer Idolisierung durch heranwachsende junge Männer in den fünfziger Jahren. Dazu zählten auch die frühen Beatles. So hatte der jugendliche John Lennon seine sexuellen Fantasien durch einen Bardot-Starschnitt beflügelt, den er an der Decke über seinem Bett befestigt hatte. Bei der Ausarbeitung seiner schönen Schmachtballade „Michelle“ hatte Paul McCartney „Brigitte“ als Inspiration im Hinterkopf.
Die Auswirkungen von Brigitte Bardot auf die Popszene sind nicht zu unterschätzen.

 

Single Cover

 

Die Playlist zur Sendung „Brigitte Bardot – die Sängerin“

Artist / Track / Album / Label
0. Dario Moreno / Brigitte Bardot - Bardot / Brigitte Bardot – Bardot (Single) / Twist Music
1. L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records
2. Brigitte Bardot / Harley Davidson / Show / Disc‘AZ
3. Serge Gainsbourg & Brigitte Bardot / Bonnie And Clyde / Initials BB / Philips
4. Brigitte Bardot / Tu veux ou tu veux pas? / BB / Mercury

 

 

5. Brigitte Bardot / Sidonie / A Very Private Affair / Barclay
6. Brigitte Bardot / La chasse / Toutes les bêtes sont à aimer / Polydor
7. Brigitte Bardot / El Cuchipe / El Cuchipe (Single) / TP4 Music
8. Brigitte Bardot / Everybody Loves My Baby / Bonnie And Clyde / Fontana
9. Brigitte Bardot & Serge Gainsbourg / Je t'aime moi non plus / Best Of BB / Fontana

 

Best of BB (Cover)

 

10. Brigitte Bardot / Le diable est anglais / Ce n'est pas vrai / DiscAZ
11. Brigitte Bardot / La Madrague / La Madrague (EP) / Philips
12. Brigitte Bardot / Les amis de la Musique / Les amis de la Musique (Single) / Philips

 

Albumcover

 

Die Sendung „Brigitte Bardot – die Sängerin“ läuft in ByteFM am 01.01.26 um 23 Uhr und am Sa 03.01.26 um 14 Uhr,
- wird von Antenne Mainz über DAB+ und UKW ausgestrahlt: am 01.01.26 um 23 Uhr und am So 04.01.26 um 22 Uhr
- und läuft in Radio-Rebell vom 01. bis 04.01.26 jeweils um 22 Uhr

 

Brigitte Bardot

 

Der Zusammenschnitt der Sendung „Brigitte Bardot – die Sängerin“ ist als Podcast hier zu hören:

 

 

 

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