„All In“ – Alles drin in KRAANs neuem Album

Das neue Studioalbum „All In“ vorgestellt im Gespräch mit Hellmut Hattler

Der Podcast zur Sendung

KRAAN All In (Covermotiv)

 

Ein glorreiches Dutzend an neuen Tracks von KRAAN: „All In“

Wenn der Roulette-Spieler mit Pokerface alle verbleibenden Chips auf „Rouge“ setzt: All In… Wenn der Investor sein gesamtes Risikokapital auf diese eine Start-up-Idee einzahlt: All In… Wenn ein Liebender sich vorbehaltlos ausliefert, seine Liebe offenbart, ohne sich der Gegenliebe sicher zu sein: All In...

Was davon steckt womöglich im inhaltlich-thematischen Entwurf des neuen Albums „All In“? Oder was sonst wollen die Musiker von KRAAN mit ihrem bewusst gewählten Albumtitel „All In“ signalisieren? Mit Mut, Engagement und Risiko der Klang-Kunst eine Lanze brechen? – in einer Zeit, in der alle Regeln gebrochen werden und die Lanzen von Macht und Gewalt vorherrschen?

Die Band KRAAN hat eine eigene Definition.

Der prägnante Slogan „All In“ ist der Leitgedanke von zwölf unterschiedlichen musikalischen Kapiteln, die aber eine gemeinsame Geschichte erzählen: von Kontinuität und Veränderung, von Identität und Entwicklung, von Inspiration und Instrumentenbeherrschung, von improvisatorischer Freiheit und gestalteter Form. All das ist hier enthalten, „All In“, wie unter Buchdeckeln zusammengefasst: eine spannende musikalische Lektüre, die von Allem handelt, was KRAAN einzigartig und unverwechselbar macht.

Die Album-Überschrift „All In“ signalisiert: da ist alles drin, was scheuklappenfreie, schöpferische Rockmusik ausmacht – und was für KRAANs 55-jährige Band-Karriere wesens-typisch ist.

Was alles „All In“ ist

Die eigene geschichtliche Entwicklung, die stilistischen Wandlungen, sound- und produktionstechnische Veränderungen, die unterschiedlichen musikalischen Vorstellungen der Musiker, das alles versucht das Album in einem umfassenden, präsenten Klangbild zu verdichten. Und zum ersten Mal mit der hörbaren Betonung von Einflüssen aus der Popmusik-Historie, die sich wie Spuren auf einer Zeitlinie durch das Album ziehen – ein mutiger Trip von der KRAAN-Vergangenheit in die Hier-und-Jetzt-Zeit und darüber hinaus.

Popgeschichte und Stilzitate

In diesem Ausmaß gab es das bei KRAAN bislang noch nicht. KRAAN-Gitarrist Peter Wolbrandt, als Instrumentalist brillant wie immer, dominiert als Autor mit acht Eigenkompositionen das neue Album, scheint kreativ aus Erinnerungen zu schöpfen und geht musikthematisch teils weit zurück in die eigene Band-Vergangenheit und erinnert an frühe Helden und musikalische Vorlieben, die einst wichtig waren für die individuelle Entwicklung. Zitathaft hört man ein ikonisches Akkord-Muster als wäre es einem Songklassiker von The Who, Kinks oder Dylan entsprungen („Braunfels“). Beatles-Assoziationen zuhauf vermittelt der Titel „Over The Moon“, der einem Erkundungsflug über die Klangwelten von Lennon & Co gleicht. Pop-Harmonik der edlen Sorte und eine schwelgerische Melodik im Titel „Auf weiter Flur“ lässt hymnische Pop-Balladen aus den Seventies vor dem geistigen Auge vorüberziehen. Und wenn Peter Wolbrandt die lockere Dance-Motorik eines Reggae-Grooves aufgreift, wie in „Terzer Roller“ und „Nacht in Den Helder“, dann klingt das weniger nach Jamaika als nach den kosmopolitischen Weltreisen der KRAAN-Expeditionen.

Diese spielerische Rückbesinnung auf pophistorische Fundstücke aus dem kollektiven musikalischen Erfahrungsschatz bringt eine intuitive Leichtigkeit und unbekümmerte Nonchalance in die Musik von KRAAN wie kaum zuvor.

All diese pop-affinen Wolbrandt-Kompositionen sind weder nostalgisch noch museal angelegt, sondern tragen unverkennbar das KRAAN-Wasserzeichen.

Und wo bleibt der legendäre Kultsound?

Für den klassischen KRAAN-Sound in Vollendung stehen die neuen Wunder-Werke, die KRAAN-Bassist und Mastermind Hellmut Hattler ins Album „All In“ eingebracht hat. Seine Kompositionsbeiträge tragen die DNA der jahrzehntelangen KRAAN-Evolution in sich. Sein charakteristischer Vorzeige-Titel „Press Play“ vereint alle vertrauten und geschätzten Ingredienzien der ureigenen KRAAN-Stilistik, Verfeinerungen und neue Nuancierungen eingeschlossen.

Im einzigen Song aus seiner Schreibe, „Tadpole“, mündet die textlich verhandelte Beziehungskrise in den (übersetzten) Kernsatz „Besser jung werden oder alt bleiben“. Was er hier klangtechnisch mit seiner Gesangsstimme macht („meine Sangeskunst ist ja immer um jede Unterstützung dankbar“ HH), und was hier kompositorisch, gestalterisch und spieltechnisch umgesetzt wird, das ist fabelhaft.

Der Albumauftakt und erste Höhepunkt

Zu den absoluten Highlights von „All In“ zählt der Album-Opener „Petunha“, eine kompositorische Kooperation der beiden KRAAN-Gründungsmitglieder und Jugendfreunde Hellmut Hattler und Peter Wolbrandt, die als Einzige von Anfang an bis heute ohne Unterbrechung dabei waren und die vielen Besetzungswechsel über die Jahrzehnte überdauert haben. „Petunha“ ist ein Wortspiel und erhielt den Namen einer eigenen Komponisten-Spezies: Peter und Hattler.

Dieser Titel mit dem Prädikat „KRAAN at its best“ lässt auch den Keyboarder Martin Kasper mit einem virtuosen Solo glänzen und macht die Klasse des KRAAN-Rhythmusgebers Jan Fride hörbar mit seiner souveränen Spielweise, die immer der Komposition dient und sie gleichzeitig erweitert.

Alles drin und alles im Sinn, was gut ist und guttut

Mit dem Titelstück des Albums ist Komponist Hellmut Hattler besonders zufrieden: „Da ist alles drin ist, was die Band ausmacht, drum passt ‚ALL IN‘ auch ziemlich gut.“ (HH) – um nicht zu sagen: passt perfekt.

Und weil es im Album „All In“ auch um Reflexion des Damals und Heute geht, dann darf hier ein alter Sponti-Spruch nicht fehlen, der KRAAN ganz allgemein und „All In“ im Speziellen mit seiner Gleichzeitigkeit von Vergangenheit und Zukunft gut trifft: „Bleib wie du bist und ändere dich täglich.“

„All In“. Da ist alles drin, was im kreativen Rock Vergnügen bereitet.

Und da ist auch drin, was die KRAAN-Musik so nicht immer ausstrahlt: Lässige Leichtigkeit, pure Freude und, ja tatsächlich, Gute Laune. (Volker Rebell)

 

KRAAN All In (Cover)

 

Die Playlist zur Sendung „All In“ – Alles drin in KRAANs neuem Album“

Artist / Track / Album / Label

  1. L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records
  2. KRAAN / Sonderfahrt / All In / 36music
  3. KRAAN / Loblied / All In / 36music
  4. KRAAN / Sehr gerne / All In 36music
  5. KRAAN / Tadpole / All In / 36music
  6. KRAAN / Nacht in Den Helder / All In / 36music
  7. KRAAN / Over The Moon / All In / 36music
  8. KRAAN / Braunfels / All In / 36music
  9. KRAAN / Petunha / All In / 36music
  10. KRAAN / Press Play / All In / 36music
  11. KRAAN / Petunha (Reprise) / All In / 36music

 

KRAAN - All In (Innencover)

 

Die Sendung „All In – Alles drin in KRAANs neuem Album“ läuft in
- ByteFM am Do 09.04.26 um 23 Uhr und am Sa 11.04.26 um 14 Uhr
- in Antenne Mainz am Do 09.04.26 um 23 Uhr und am So 12.04.26 um 22 Uhr, online, DAB+ und UKW
- in Radio-Rebell vom 10. bis 12.04.26, jeweils um 22 Uhr

 

Hellmut Hattler und Peter Wolbrandt bei der Aufnahme von Petunha (Selfie: HH)

 

Der Zusammenschnitt der Sendung „All In“ – Alles drin in KRAANs neuem Album“ (mit kompletter Moderation + Interview, aber nur mit kurzen Musikausschnitten) ist als Podcast hier zu hören:

 

 

KRAAN All In - Albumproduktion (Selfie: Hellmut Hattler)

 

Das komplette 50-minütige Interview mit Hellmut Hattler ist hier zu hören

 

Das Album „All In“ kann hier bezogen werden.

 

KRAAN (Foto Martin Kasper)

 

Die aktuellen Tour-Termine von KRAAN:
KRAAN live:
09.04.2026: Detmold, Stadthalle
10.04.2026: Kassel, Theaterstübchen
11.04.2026: Wermelskirchen, Haus Eifgen
18.04.2026: Karlsruhe, NCO Club
15.04.2026: Traunstein, Festung
16.05.2026: München, Alte Kongresshalle - The Ancestry Progfest
25.05.2026: Ulm, Ulmer Zelt
08.08.2026: Finkenbach Festival
17.09.2026: Bonn, Harmonie

 

Kraan (Wiesbaden 2008-05-25)

Das KRAAN-Kerntrio live (Peter Wolbrandt, Jan Fride, Hellmut Hattler) Mai 2008, Wiesbaden

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