Legalize it

Legalize it – Legal kiffen

Erstsendung am 08.02.2018

Kurzer Sendungstext:

Wenn schon der Bund der Deutschen Kriminalbeamten anmahnt, das unsinnige Cannabis-Verbot in Deutschland zu beenden, dann wird es höchste Zeit, die jahrzehntelange Forderung der Cannabis-Befürworter endlich umzusetzen: Legalize it!

 

Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 00:32
2. Peter Tosh Legalize It Legalize It EMI 03:07
3. The Byrds Eight Miles High Fifth Dimension Columbia Records 10:40
4. Ben Harper Burn One Down Fight For Your Mind Virgin 16:46
5. Wolf Maahn Hallo Sehnsucht Soul Maahn EMI 22:23
6. The Weeknd High For This House Of Balloons Island 29:23
7. Peter Paul & Mary Puff The Magic Dragon Peter, Paul & Mommy, Too Warner Music 34:52
8. Earth Wind & Fire Got To Get You Into My Life All Together Now – Beatles-Songs by Superstars EMI 40:20
9. Wings Let Me Roll It Band On The Run EMI 46:52
10. Ray Charles Let’s Go Get Stoned Let’s Go Get Stoned ABC 56:51
11. Bob Dylan Rainy Day Women 12 & 35 Blonde On Blonde Columbia 58:09

Legales Kiffen
Die Geschichte der Popmusik ist auch eine Geschichte vom Kiffen. Vor 5 Jahrzehnten wurde mit Anspielungen auf das Kiffen noch kokettiert. Der unverblümte Lobgesang auf Marihuana, wenig verklausuliert im Song „My Green Tambourine“ war für die US-Band The Lemon Pipers vor genau 50 Jahren ein Nr.1-Hit in den Billboard-Charts im Februar 1968. Der „schwarze Afghane“, der „rote Libanese“ oder der „grüne Türke“ galt den Befürwortern des Marihuana-Konsums als Farbenlehre des Kiffer-Himmels, doch für die konservativen Drogen-Mahner war das alles Teufelszeug, weil Kiffen als Einstieg in die Drogenhölle des Schniefens (Kokain) und Fixens (Heroin) und Schluckens (LSD, Designerdrogen) gebrandmarkt wurde. Die Haschisch-Befürworter widersprachen dieser Verteufelung aufs energischste und forderten jahrzehntelang „Legalize It“.
Nun hat vor wenigen Tagen ausgerechnet der Bund Deutscher Kriminalbeamter gefordert, das Cannabis-Verbot in Deutschland zu beenden. Das Verbot sei „historisch betrachtet willkürlich erfolgt“ und „weder intelligent noch zielführend“. Verbote und Verurteilungen führten keinesfalls zu weniger Cannabis-Konsum, sondern nur zu einer Kriminalisierung auch harmloser Kiffer und begünstigten nur das weitere Expandieren eines unkontrollierbaren und kriminellen Schwarzmarkts. Wer kiffen wolle, der kiffe, schrieb ein Kommentator, ob Cannabis verboten sei oder nicht. Die jetzige Rechtslage lasse kriminelle Karrieren erst entstehen.
Die CDU/CSU lehnte den Vorstoß der Kriminalbeamten zur Legalisierung von Cannabis sofort und grundsätzlich ab, obwohl es doch inzwischen genug Beispiele in anderen Ländern gibt, wie mit diesem Thema unverkrampfter und fortschrittlich umzugehen ist. In Portugal, Uruguay und einigen US-Bundesstaaten wurde der Cannabis-Konsum längst entkriminalisiert – mit nachweisbaren Erfolgen.
Und es muss auch die Frage erlaubt sein, ob der Staat das Recht hat, mündigen, erwachsenen Bürgern unter Strafandrohung zu verbieten, sich mit Marihuana zu benebeln, selbst wenn dies gesundheitsschädlich ist. Zumal der gleiche Staat keinerlei Probleme damit hat, wenn sich seine Bürger an legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin berauschen und das mit womöglich noch größeren gesundheitlichen Risiken. Im Zuge der gescheiterten Jamaika-Sondierungen hatten sich Grüne und FDP für eine Freigabe von Cannabis ausgesprochen. Die Legalisierung unter bestimmten Auflagen würde z.B. nicht unerhebliche Steuereinnahmen generieren mit denen Aufklärungskampagnen und sogar Suchtprävention, womöglich auch Entzugstherapien finanziert werden könnten.
Ob das Kiffen tatsächlich kreativitätsfördend ist, wie von einigen Künstlern behauptet, das darf bezweifelt werden, aber tatsächlich haben kiffende Popkomponisten zum Songbook der Popgeschichte einige berauschend gute Loblieder auf das High-sein beigetragen. Man denke nur an „Eight Miles High“ von The Byrds, „Purple Haze“ von Jimi Hendrix, Ben Harpers „Burn One Down“ (gemeint ist ein Joint), „Don’t Bogart That Joint My Friend“ von Fraternity Of Man“, „Mary Jane“ von Rick James, „High All The Time“ von 50Cent, „High For This“ von The Weeknd, oder „Got To Get You Into My Life“, Paul McCartneys Ode an die Droge. Auch der Literaturnobelpreisträger Dylan äußerte sich unverblümt zum Thema: „Everybody must get stoned“.
Und auch wenn die besten und nachhaltigsten Rauschgefühle durch die Liebe ausgelöst werden und auch wenn nichts wirkungsvoller ist als euphorisierende, körpereigene Hormone und Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin, wird es dennoch höchste Zeit, dass Peter Toshs beherztes Eintreten für die Entkriminalisierung von Cannabis aus dem Jahre 1976 endlich Realität wird: „Legalize it!“

 

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