Frank Zappa

Albumcover: Frank Zappa "Chunga's Revenge"
Albumcover: Frank Zappa "Chunga's Revenge"

Rock-Genius und Workaholic
Frank Zappa – zum 75. Geburtstag und 22. Todestag
Erstsendung 17.12.2015

Kurzer Sendungstext:
Mit Ausschnitten aus seinem in diesem Jahr veröffentlichten 100. Album „Dance Me This“ und mit älteren Aufnahmen aus seinem Musikuniversum wird erneut deutlich hörbar, welch bedeutende Musikerpersönlichkeit Frank Zappa war, ist und bleibt.

Playlist
Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 00:48
2. Frank Zappa & The Mothers Of Invention Florentine Pogen You Can’t Do That On Stage Anymore Vol. 4 Zappa Records 03:45
3. Frank Zappa Dance Me This, Calculus Dance Me This Zappa Records 12:39
4. Frank Zappa Oh No Make A Jazz Noise Here Zappa Records 20:43
5. hr-Bigband Oh No Jazz From Hell – hr-Bigband plays Zappa Live-Mitschnitt vom 46. Deutschen Jazzfestival am 31.10.2015 22:37
6. Frank Zappa Night School Jazz From Hell Zappa Records 27:31
7. Frank Zappa When The Lie’s So Big Broadway The Hard Way Rykodisc 35:38
8. Frank Zappa feat. Sting Murder By Numbers Broadway The Hard Way Rykodisc 42:12
9. Frank Zappa Pachuco Gavotte Dance Me This Zappa Records 53:05
10. Frank Zappa & Mothers Dinah-Moe Humm Over-nite Sensation Rykodisc 56:38

Rock-Genius und Workaholic
Frank Zappa – zum 75. Geburtstag und 22. Todestag
Subkultureller Underground-Rebell und knallharter Geschäftsmann, Held des Anti-Establishment und autoritärer Dirigent, Bürgerschreck und Präsidentschaftsbewerber, Jazz-Verächter und Jazzrock-Innovator, Rock-Gitarrist und Synclavier-Avantgardist, Pop-Satiriker und Verbalerotiker, Nikotin-Abhängiger und Arbeitstier, Komponist schier unspielbarer Partituren und Performer durchgeknallter Rocktheater-Shows. Das alles war er und noch viel mehr. Der gelebte Widerspruch, die paradoxe Inversion, das perfektionistisch präzise Spiel mit Pathos, Parodie, Phantasterei, Pop-Paranoia und Provokation war sein Programm. Sein Arbeitspensum lässt sich nur mit aberwitzig umschreiben. Im Alter von 25 Jahren erschien sein erstes Album „Freak Out!“ (Juni 1966). Als er 27 Jahre später im Alter von nur 52 Jahren an Krebs starb, hatte er bereits 45 Alben veröffentlicht. Er komponierte nicht nur – wenn auch vornehmlich – für Rockformationen, sondern auch für Jazz-Bigbands, Sinfonieorchester und zeitgenössische Kammermusik-Ensembles (wie das Kronos Quartett und das Ensemble Modern).
Er war, ist und bleibt eine Ausnahmeerscheinung in der Rockgeschichte. Keiner vor ihm, keiner nach ihm schöpfte aus einem ähnlich universellen musikalischen Reservoir und kreierte daraus einen vergleichbar schillernden, unverwechselbaren Kosmos. Musique concréte und Doo-Wop, Anton Webern und Rhythm’n’Blues, absurdes Theater und Musical, Country-Music und Klamauk, Dance Hall-Atmosphäre und Free Jazz, Lateinamerikanisches und Abendländisches, Klassizistisches und Neutöner-Avantgarde, Blues und Elektronik, Soul und Surf-Music, Sentimentalschulzen der 50er Jahre und Politrock, Edgar Varese und Rock’n’Roll, Varieté und Filmkunst, Spike Jones-Ulk und Igor Strawinsky-Ernsthaftigkeit, Vaudeville und Dadaismus, Jazzrock und John Cage, Comedy-Show und Cabaret, Charleston und Folkmusic, Easy Listening-Schlagerhaftes und Heavyrock-Durchschlagendes – alles fließt zusammen im musikalischen Werk des genialen Frank Zappa.
Am 21. Dezember wäre er 75 Jahre alt geworden, am 4. Dezember war sein 22. Todestag zu begehen.
Zappas letztes postum veröffentlichtes Album „Dance Me This“ erschien am 21. Juni 2015, es ist das insgesamt 100. Album in der offiziellen Diskographie des Meisters aller Klassen – die unzähligen Bootlegs natürlich nicht mitgerechnet. „Dance Me This“ gilt auch als das letzte Album, das Frank Zappa noch zu seinen Lebzeiten fertig stellen konnte und es ist auch das letzte, das seine Frau Gail Zappa herausgebracht hat. Am 7. Oktober 2015 starb Gail Zappa an Lungenkrebs. Die vier Kinder von Frank und Gail Zappa wollen sich weiterhin um das künstlerische Erbe ihres Vaters kümmern. Nicht ausgeschlossen also, dass aus den schier unerschöpflichen Zappa-Archiven weitere Veröffentlichungen künftig noch folgen werden.
Von John Lennon und Yoko Ono weiß man, dass sie gemeinsam mit Frank Zappa und seinen damaligen Mothers of Invention auf der Bühne standen und ein denkwürdiges Konzert am 6. Juni 1971 im New Yorker Fillmore East gaben (später veröffentlicht im Lennon-Album „Sometime in New York City“). Aber wer weiß, dass Frank Zappa auch mit Sting live zusammenspielte (veröffentlicht auf dem Zappa-Album „Broadway The Hard Way“) und dass er Aufnahmen mit den Oberton- und Kehlkopfsängern Huun-Huur-Tu aus Tuva machte. Dies wird im Kramladen zu Ehren des großen Maestro Zappa zu hören sein – neben weiteren mehr oder weniger bekannten Titeln aus dem Musikuniversum von Frank Vincent Zappa, einem der wichtigsten, weil unvergleichlichen und unerreichten Musiker der Pop-Historie.

 

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