Volker Kriegel

Erstsendung vom 06.06.2013

Volker Kriegel – zum 10. Todestag

Playlist
Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 00:43
2. The Dave Pike Set Mathar Noisy Silence – Gentle Noise Universal 03:15
3. Volker Kriegel Zoom – Malente Re-Interpretation JazzReworks – The New MPS-Sessions Universal 05:29
4. Volker Kriegel With A Little Help From My Friends With A Little Help From My Friends Liberty 08:13
5. Crosby Stills & Nash See The Changes CSN Atlantic 14:06
6. Volker Kriegel feat. Wolfgang Schlüter See The Changes House Boat MPS 14:54
7. Volker Kriegel & Friends Missing Link 85. NDR-Jazzworkshop, 16. Januar 1973, Funkhaus Hamburg Volker Kriegel-Archiv, Alexander Pawlak 19:58
8. Hanns Dieter Hüsch Marsch der Minderheit Typisch Hüsch Pläne, Conträr 25:48
9. Volker Kriegel & Mild Maniac Orchestra Spiral Crackers Octember Variations MPS, Universal 31:15
10. Volker Kriegel & The Groove Combination Palm Dreams Volker Kriegel & The Groove Combination Biton 37:02
11. Volker Kriegel Postcard for F.W. Amber Palazzo Blue Inakustik 41:25
12. Volker Kriegel Titanic-Porträt (Audio-Umschnitt) TV-Beitrag NDR Kultur Aktuell, März 1980 download 46:41
13. United Jazz & Rock Ensemble Circus Gambet The United Jazz & Rock Ensemble plays Volker Kriegel Mood Records 49:48
14. Volker Kriegel & Mild Maniac Orchestra 25 Jahre Jazzkeller Frankfurt Live auf dem Römerberg Frankfurt download 58:45

Volker Kriegel – zum 10. Todestag

Ein „milder Besessener“. War er das? Jedenfalls nannte er seine famose Begleitband der Jahre 1975-86 „Mild Maniac Orchestra“. Volker Kriegel, einer der großen deutschen Gitarristen zwischen Jazz, Fusion und Rock hätte in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern können. Er starb vor 10 Jahren, am 14. Juni 2003, überraschend während eines Urlaubs in Spanien offenbar an einem Herzinfarkt, nachdem er Jahre zuvor an Kehlkopfkrebs erkrankt war. Sein Freund Robert Gernhardt hatte ihm die „K-Gedichte“ gewidmet: „Krankeit als Schangse“. Gernhardt teilte mit Kriegel das gleiche Schicksal einer Krebserkrankung. Er sollte 2006 an Krebs sterben. Und auch der Musiker Kriegel schrieb Gedichte – ähnlich kurios, verspielt absurd und humorvoll wie Robert Gernhardt. Ein Beispiel: »Der Bär verspürt an manchen Tagen ein rätselhaftes Unbehagen. Ist es der Kopf? das Herz? der Magen? Kann er das Bier nicht mehr vertragen? – Zu diesen schweren Schicksalsfragen weiß auch der Bär nicht viel zu sagen.«
Großartige Cartoons und Buchillustrationen hat Volker Kriegel kreiert. Darüber hinaus machte er sich auch als Buchautor, Übersetzer, Erzähler, Dokumentarfilmer und Publizist einen Namen – erst recht natürlich als einer der führenden Jazzgitarristen und -komponisten Deutschlands. Der Autodidakt begann seine Musikerkarriere im Dave Pike Set. Später hatte er seine eigenen Bands, Spectrum und Mild Maniac Orchestra, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des United Jazz and Rock Ensemble und des musiker-eigenen Plattenlabels Mood Records. Er entwickelte einen individuellen Gitarren- und Kompositions-Stil, der weit über bloße Reflexe auf die angloamerikanische Jazzrock-Herausforderung hinausging. Mit seinem Mild Maniac Orchestra gelang es ihm auf besondere Weise, mit Gespür und Virtuosität einen eigenen musikalischen Ansatz zu realisieren, was Klangnuancen, Stimmungsbilder und Spannungsbögen anging.
Volker Kriegel wird im Verlaufe dieses „Kriegel-Jahres“, in dem ja auch sein 70. Geburtstag zu würdigen ist, gleich mehrfach geehrt. Die Stadt Wiesbaden, in der er lange Jahre lebte, zeigt vom 14. Juni bis 18. August eine Kunstausstellung mit ca. 100 Exponaten (Cartoons, Illustrationen, Bücher, Skulpturen, Plattencover) von Volker Kriegel.
Am 14. September wird ein großes Gedenk-Konzert im Wiesbadener Kulturzentrum Schlachthof über die Bühne gehen. Die renommierte Bigband des Hessischen Rundfunks wird verstärkt werden durch viele Freunde und musikalische Weggefährten von Volker Kriegel, wie z,.B: Wolfgang Dauner, Klaus Doldinger, Jon Hiseman, Christof Lauer, Dave King, Nippy Noya, Susan Weinert und – als Moderator – Roger Willemsen, mit dem Volker Kriegel an zwei Buchprojekten zusammengearbeitet hatte. Mit Dauner und Hiseman hatte Kriegel über einen Zeitraum von fast 25 Jahren in der Band der Bandleader, dem United Jazz and Rock Ensemble, erfolgreich zusammengearbeitet – wenn auch zuletzt, krankheitsbedingt, mit größeren Pausen. 2002 erschien bei Mood Records das denkwürdige Album „The United Jazz and Rock Ensemble plays Volker Kriegel“ – ein musikalisches Denkmal ersten Ranges.
Und welche Forderungen hatte der „milde Besessene“ an seine eigene Musik gestellt (und eingelöst)?: „Kommunikativ sollte die Musik sein, ohne sich auf Klischees zu stützen. Sensibel sollte sie sein, ohne esoterische Verstiegenheit. Intelligent ohne Zeigefinger und Elfenbeinturm. Verständlich, aber nicht banal. So pathetisch es klingen mag: Im Jazzrock steckt die Chance zur Versöhnung von Körper und Geist.“ (Volker Kriegel)

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