Mark Knopfler

Mark Knopfler (Foto: Fabio Lovino)
Mark Knopfler (Foto: Fabio Lovino)

Mark Knopfler – zum 70. Geburtstag
Erstsendung: 08.08.2019

Kurzer Sendungstext:
Mark Knopfler, Mastermind der Dire Straits, die er 1994 ad acta legte, blieb auch als Solokünstler ungemein erfolgreich. Rühmte man früher vor allem seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als stilvoller Gitarrist, wird er seit geraumer Zeit auch als origineller, stilistisch breit gefächerter Songschreiber mit Sinn für hintergründige Geschichten anerkannt. Derzeit ist er mit dem Songprogramm seines jüngsten Albums „Down The Road Wherever“ auf großer Welttournee – aktuell kurzzeitig unterbrochen, weil Mark Knopfler am 12. August seinen 70. Geburtstag feiert.
Der Kramladen gratuliert mit einer Auswahl von bemerkenswerten Knopfler-Songs und analysiert, warum man ihm zu diesen Songs auch gratulieren kann.

Playlist
Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 00:15
2. Dire Straits Medley: Greatest Hits The Very Best Of Mercury 00:41
3. Mark Knopfler Nobody Does That Down The Road Wherever Virgin, EMI 04:28
4. Mark Knopfler Beryl Tracker Verve 12:18
5. Mark Knopfler What It Is Sailing To Philadelphia Mercury Records 17:04
6. Mark Knopfler Heart Full Of Holes Kill To Get Crimson Mercury Records 23:36
7. Mark Knopfler Border Reiver Get Lucky Mercury Records 32:08
8. Dire Straits Heavy Fuel On Every Street Vertigo Records 38:27
9. Mark Knopfler & Emmylou Harris Right Now All The Roadrunning Mercury Records 45:07
10. Mark Knopfler Why Aye Man The Ragpicker’s Dream Mercury Records 50:31
11. Bob Dylan Jokerman Infidels Columbia Records 57:50

Mark Knopfler – zum 70. Geburtstag
Auch wenn er nicht mehr an vorderster Front des Rockbusiness agiert, in der Konzertszene ist er nach wie vor präsent, gab von Mai bis Juni 10 Konzerte in Deutschland und wird ab dem 16. August auf ausgedehnte Tour durch Nordamerika gehen. Die Tour steht unter der Überschrift seines jüngsten und insgesamt achten Solo-Studioalbums „Down The Road Wherever“, das am 16. November 2018 erschien. Als besonderer Clou kann der Live-Mitschnitt jedes einzelnen Konzertes bestellt werden. (So kann man z.B. das komplette Konzert vom 22. Juli 2019 in Verona für rund 16 US-$ erwerben. Zum gleichen Preis erhält man etwa auch den Konzertmitschnitt vom 15. Mai in Berlin. Speziell dieser Auftritt von Mark Knopfler und seiner Band wurde vom deutschen <Rolling Stone> sehr gelobt).
Mark Knopfler gilt als einer der besten E-Gitarristen der Rockszene und ist doch alles andere als ein ekstatischer Rock’n’Roller. Er ist vielmehr ein Stil-Ästhet an der E-Gitarre und bevorzugt zunehmend, je älter er wird, Midtempo-Songs und Balladen, weshalb er von einigen Fans seiner früheren Rockband Dire Straits schon als Langweiler abgetan wird, vor allem, weil er auch immer wieder mal wenig originellen Country-Pop oder arg gefällige Balladen der Marke Kuschelrock veröffentlicht hat.
Im Juni 1978 erschien sein Welthit „Sultans of Swing“ als Bestandteil des Debütalbums seiner Hausband Dire Straits, die er gemeinsam mit seinem Bruder David 1977 gegründet hatte. Acht weitere Alben veröffentlichte er mit den Dire Straits, die mit 120 Millionen verkaufter Alben ungemein erfolgreich war. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet er vornehmlich als Solist. Ob die eingangs erwähnte Kritik berechtigt ist, oder ob sich Mark Knopfler einfach nur ein breiteres stilistisches Spektrum zugelegt hat, darüber kann man unterschiedlicher Auffassung sein.
Seine typische Gitarrentechnik ist sein eigentliches Charakteristikum, neben seiner rauchigen, murmelnden Stimme und seinem Sinn für das Geschichten-erzählen in seinen Songtexten. Doch weitaus auffälliger als seine Art des Storytelling und technisch herausragender als seine eher limitierten vokalen Fähigkeiten ist zweifellos sein Gitarrenton, seine Spieltechnik und Spielkultur. Darin ist er unverwechselbar und einzigartig. Er gilt als einer der individuellsten Gitarristen der Szene, niemand anders hat eine solch eigentümliche Anschlagtechnik wie er, ein Mittelding aus Saitenanschlag mit Plektrum und aus einer Zupftechnik, die allerdings weniger ein Zupfen mit den Fingerkuppen ist als vielmehr ein Anreißen mit dem Fingernagel – dies macht seinen Sound und sein Spiel so eigen und unverkennbar. Er ist mehr Stilist als Gitarrero, ist ein Virtuose, der seine Könnerschaft nicht ständig protzend beweisen muss. Statt expressiv und ausschweifend loszubrettern, pflegt er eine geradezu lässige Ökonomie des Understatement. Er ist der Meister der Einwürfe und Umspielungen, der Verzierungen und der kleinen Schnörkel mit dem großen Effekt. Nur selten und nur im Konzert lässt er sich mal zu einem längeren Solo hinreißen, zeigt am ganzen Abend vielleicht nur ein einziges Mal, was er könnte, wenn er wollte, nämlich elegisch improvisieren mit Dynamik und zupackender Energie, aber immer klar im Ton, niemals unkonturiert verzerrt und dröhnend, sondern elegant und einfach stilvoll.
Seine derzeitige Welttournee legt aktuell eine kurze Pause ein. Seinen 70. Geburtstag am 12. August feiert Mark Knopfler nicht auf der Konzertbühne.
Der Kramladen feiert die unaufgeregte Musik des Altrockers, nach dem eine auf Madagaskar entdeckte Dinosaurierart benannt wurde: Masikasaurus Knopflieri.

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