Fritz Rau erzählt

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Fritz Rau erzählt.
Deutschlands populärster „Kartenverkäufer“ wurde 80.
„Kein aalglatter Dealer, der sich nur an Verkaufscharts orientiert, kein Eintrittskartenverkäufer mit dem Rechenschieber im Kopf, sondern einer, der sein Feeling und seinen Glauben und sein Gewissen fragt, was er machen soll,“ schreibt Udo Lindenberg im Vorwort der Fritz Rau-Autobiographie „50 Jahre Backstage“. Man nannte Rau auch schon mal „Ayatollah Choleri“ wegen seiner aufbrausenden Art und Mick Jagger adelte ihn als „the godfather of us all. Rock’n’Rau forever!“.
Anlässlich seines 80. Geburtstags erzählt der wohl wichtigste und erfolgreichste Konzert-Impresario der deutschen Pop- und Rockszene aus seinem bewegten Leben als „Kartenverkäufer“, wie er sich selbst mit Ironie und Understatement gerne nennt. 1955 veranstaltete er sein erstes größeres Jazz-Konzert in Heidelberg, damals mit Albert Mangelsdorff . Gemeinsam mit seinem Partner Horst Lippmann leistete er Pionierarbeit als Veranstalter von Blues- und Rockkonzerten in Europa. Maßstäbe setzte die Konzertagentur Lippmann & Rau auch mit künstlerisch (von Graphik-Designer Günther Kieser) gestalteten Plakaten, z.B. für das legendäre American Folk- & Bluesfestival.
Natürlich hat das „wandelnde Pop/Rockgeschichtsbuch“ Fritz Rau jede Menge an Anekdoten zu erzählen, schließlich hat er mit nahezu allen Musikern von Rang und Namen zusammengearbeitet – von Abba bis Zappa, von Madonna bis Michael Jackson, von Jimi Hendrix bis Bob Dylan, von The Doors bis The Who, von Miles Davis bis Keith Jarrett, von Charles Aznavour bis Frank Sinatra, von Marlene Dietrich bis Nana Mouskouri, von Udo Lindenberg bis Udo Jürgens, von Peter Maffay bis Peter Alexander.
Im Gespräch erzählt Fritz Rau unter anderem davon, wie er sich bei Mick Jagger, Keith Richards und Jimmy Page unbeliebt gemacht hatte. Mick Jagger sagte später, er hätte Fritz Rau damals für ein Arschloch gehalten. Der Grund: die drei damals noch unbekannten Jungspunde hatten sich 1962 beim „American Folk Blues Festival“, das Fritz Rau auch in England präsentierte, unberechtigt in den Backstage-Bereich eingeschlichen, um in Kontakt mit ihren Blues-Idolen zu kommen, worauf der energische Veranstalter Rau die ungebetenen Gäste hochkant hinauswarf. Schließlich musste alles seine Ordnung haben und der Konzertablauf durfte keinesfalls von herumlungernden Fans gestört werden. Die Blues-Fans Jagger/Richards sollten später die wichtigsten Geschäftspartner für Fritz Rau werden. Immerhin organisierte Rau die Deutschland-Tourneen der Rolling Stones über zwei Jahrzehnte lang.
Einige Anekdoten mehr, unter anderem über Frank Zappa, Jethro Tull und Sting sind in dieser Kramladen-Stunde zu hören.

 

Die Playlist

Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 00:36
2. Jimi Hendrix Little Wing (live) Jimi Hendrix Polydor 01 :08
3. T.Bone Walker & The Blues Band Shake It Baby (live) The 10th American Folk Blues Festival L + R Records 06:01
4. The Rolling Stones Little By Little The Rolling Stones Decca 11:10
5. Sonny Boy Williamson & The Yardbirds with Eric Clapton Mister Downchild (live) 1963 Live in London L + R records 17:47
6. Frank Zappa Montana (live) You Can’t Do That On Stage Anymore Zappa Records 22:21
7. Bruce Springsteen Trapped (live) The Essential Columbia 29:44
8. Jethro Tull Living In The Past The Very Best Of Chrysalis 39:50
9. Led Zeppelin The Ocean (live) How The West Was Won Atlantic 47:11
10. Sting Moon Over Bourbon Street (live) All This Time A&M Records 53:50
11. Joan Baez Don’t Think Twice It’s Alright Ring Them Bells Proper Records / Rattay Music 58:04
12. Fleetwood Mac Albatross (Hintergrundmusik) The Very Best Of Reprise Unter jeder Mod.

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