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Gesünder kränkeln – wie geht das?

Der Kabarettist und Autor Thomas C. Breuer erläutert zwischen Comedy und Coaching, wie man stabil bleibt
Sa 29.11.2025, 19 Uhr, Rebell(i)sche Studiobühne | Biebererstr. 145 A, Hinterhaus | 63071 Offenbach:
Gesünder kränkeln – ein Abend mit Thomas C. Breuer
Thomas C. Breuer liest, besser deklamiert, aus seinem neuen Buch.
Was bietet der Abend? Eine humorvollkritische Auseinandersetzung mit dem WohlfühlMarkt und – neben anderem – erste Hilfe für alle, denen das Leben verwirrender daherkommt als ein Maislabyrinth.
Eintritt: € 15,- [Ticketgebühr € 1,40] (Ticket kaufen: siehe unten, roter Button)
Oder: Ticket/Sitzplatz verbindlich reservieren und an der Abendkasse zahlen, Infos s.u.
Die Zeiten ändern sich. Da fällt es nicht leicht, festen Boden unter den Füßen zu behalten. Das Angebot zur Wahrung des inneren Gleichgewichts ist riesig und entsprechend unübersichtlich. Wie überlebt man in diesem Dickicht der Möglichkeiten zwischen Apero und Ayurveda, Schrebergarten und Schwitzhütte, Chili und Chillen? Wie findet man den Unterschied heraus zwischen Genuss und Nepp, zwischen Gurus und Bauernfänger:innen? Thomas C. Breuer unterzieht die einschlägigen Wellness- und „Mental Health“-Angebote einer Prüfung, bei der kein Auge trocken bleibt, von Achtsamkeit bis Zen. Und er findet selbst weitere Phänomene, etwa die Amselung der Adrenalinproduktion, Nichtrauchzeichen bei Native Americans oder die Prada-Atmung (wenn einem die Luft wegbleibt beim Blick auf das Preisschild einer Handtasche). Wer sich auf der Suche nach dem Glück nicht entscheiden kann zwischen Pontius und Pilates, wer sich auf dem Weg zum inneren Kind zu verlaufen droht oder sich von der Pflicht zum Wellbeing verfolgt fühlt, findet an diesem Abend einen verlässlichen Kompass zum Stabilbleiben.
An diesem Abend wird sich Thomas C. Breuer auch als Coach in Sachen Lebenshilfe erweisen.
Wo soll man anfangen? Hiking oder Biking? Rebirthing oder Rebalancing? Völlerei oder Low Carb? Landleben oder Urban Farming? Gleitflieging oder Stubenhocking? Und was war noch gleich Dingolfing? Angebote für die seelische und physische Gesundheit gibt es mehr, als einem lieb sein kann, ein flächendeckendes Wohlfühlbombardement im 24/7-Selbstoptimierungsstress zwischen Carpe-Diem-Terror und Bucketlist-Zwang. Vieles verschwindet ebenso rasch wie Dubaischokolade – wieso sind Flow und Hygge schon wieder out? Wieso geht das alles so schnell? Manche Menschen fangen deswegen an zu kränkeln, die richtige Body-Positivity mag sich nicht einstellen. Sollte man sich denn nicht mit all den Wohlfühltrends auch wohlfühlen?
Wie gut, dass da endlich mal einer aufräumt und aussortiert: Thomas C. Breuer, mit der geballten Erfahrung von über 40 Jahren Kabarett, auf Bühnen und im Radio, in Deutschland und der Schweiz. Mittlerweile bewegt er sich virtuos in der Grauzone zwischen Humor und Coaching. Wie gelingt es, in einer immer unübersichtlicheren Welt stabil zu bleiben?
Tatsächlich nur mit Humor und einem gewissen Sicherheitsabstand. Herbeiatmen lässt sich das seelische Gleichgewicht leider nicht. Aber wenn schon kränkeln an der Moderne, dann doch bitte schön gesünder – stabil und heiter. Menschen, die sich bei dem Riesenangebot überfordert fühlen, möge dieser Abend als Orientierungshilfe dienen, als Kompass, als Wegweiser (auch in Buchform Carl Auer-Verlag, Heidelberg, Herbst 2025). Niveauvoller Humor ist Breuers Kernkompetenz. Er arbeitet streng ausgewogen und verteilt seine Frechheiten nach allen Seiten und plädiert für einen pragmatischeren Umgang mit dem Seelenheil. Oft hilft es schon, wenn man Probleme einfach auslacht und ihnen zu verstehen gibt: Mich kriegt ihr nicht klein! Alles andere sehen und hören Sie unbedingt selbst!
Thomas C. Breuer, Jahrgang 1952, bereiste über vier Jahrzehnte als Kabarettist Bühnen in Deutschland, der Schweiz und Nordamerika. Dabei kam er auf ungefähr dreieinhalbtausend Auftritte. Nebenher arbeitete er fürs Radio, u. a. SWF3 (Flohmarkt), SDR, SWR, Rias Berlin, HR (mit Henning Venske, Urban Priol und Bernd Gieseking), WDR (35 Jahre Unterhaltung am Wochenende, u.a. Hanns Dieter Hüsch, Harald Schmidt, Elke Heidenreich in der Anfangszeit) und noch immer fürs Schweizer Radio SRF1. Ensemblemitglied beim Heidelberger Zungenschlag von 1992 bis 2018. Den Salzburger Stier als bedeutendsten Radio-Kabarett-Preis im deutschsprachigen Raum erhielt er 2014. Die Zahl seiner Buchveröffentlichungen soll bei über vierzig liegen, niemand hat mehr den Über-blick. Seit 2003 lebt er in Rottweil, wenn er nicht mit der Deutschen Bahn oder den SBB unterwegs ist, seit 2019 vorwiegend als Verfasser und Vorleser eigener Texte und Gelegenheits-Privatier.
Pressespiegel
Wer sich Breuer nicht gönnt, schadet sich selbst!
„Thomas Breuer findet im leeren Gerede und im Datenschrott der sogenannten Kommunikationsgesellschaft reichlich Stoff. Er hört einfach genau hin, was die Werbung, die Bürokraten und der Life-Style in ihrem unablässigen Mitteilungsdrang von sich geben, dreht noch ein wenig an der Schraube, und schon ist der unfreiwillige Humor und die ärgerliche Sprachhülse zur gekonnten Kabarettnummer geronnen.“ (Basler Zeitung)
„Extra imposant wirkt Breuer … auf der Bühne. Wer irgendwo von einem Auftritt hört, sollte ihn flugs betrachten.“ (Frankfurter Rundschau)
„Einmal durch den Breuerschen Cappuccino gezogen, tun sich hinreissend verspielte Sprachschöpfungen auf, die in nicht minder erstaunlichen Publikumsassoziationen gipfeln. Und bisweilen sogar zwingend logisch und nachdenkenswert sind.“ (Badisches Tagblatt)
„Bei Breuers Sprache geht’s um nackte Überlegen und die Bilanz seiner Formulierungen entspricht der Substanz des Gebotenen. Anekdotisch und plastisch, präzise und subtil, realistisch und voll Poesie erzählt der Mann, schildert Individuen, die zugleich Typen sind und beschreibt Persönliches in einer Weise, dass das Private den Charakter des Beispielhaften erhält.“ (Main-Post)
„Bereits vor zwei Jahren hat der Wortspieler und Sprachkünstler sein Talent unter Beweis gestellt. Und gezeigt, dass er nicht nur ein wortwendiger Schreiber und sensibler, aufmerksamer Beobachter ist, sondern auch ein wunderbarer Vorleser und Unterhalter, der einen Leseabend spielend auch improvisierend bestreiten kann … Wer sich Breuer nicht gönnt, schadet sich selbst!“ (Die Südostschweiz)
„Obwohl die VHS zum Vortrag stilgerecht Prosecco serviert, erscheint Breuers Ausflug in den Süden eher wie die Analyse einer deutschen Kulturneurose.“ (Der Gäubote)
„Man kann die feine Beobachtungsgabe Breuers und seine Leistung an diesem Abend kaum besser in Worte fassen als eine (deutsche) Zuschauerin: »Do hott mer ja gege sein Wille widder Luscht, nach Italie zu fahre «“ (Eberbacher Zeitung)
„Wie Anke Engelke, Harald Schmidt oder Elke Heidenreich hat Thomas C. Breuer einst beim Kultsender SWF 3 angefangen, und manch einer hat noch seine näselnde Stimme und seinen beißenden Spott im Ohr – an Bissigkeit hat er jedenfalls nichts verloren.“ (Badische Neueste Nachrichten)
„Du hast in deiner Heimat gastiert, auf Festivals, in Kabaretts, Kleinkunstkellern, Großkunstbühnen, Vernissagen, Soireen… Nun wirst du ausgezeichnet mit dem Kabarettpreis „Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder“. Eine Auszeichnung von einigen, die du erhalten hast – aber die deiner Jugendstadt Bad Ems. Lieber Thomas, hättest du damals in Bad Ems gedacht, dass dir hier einmal ein Kunstpreis verliehen würde und dass zu deinen Ehren eine Ministerin käme? Die Gesellschaft hat sich verändert, der Künstler Thomas C. Breuer hat die Gesellschaft verändert – mit seiner Kunst, die er an uns verschwendet.“ (Walter Schumacher, SWF3-Moderator und Staatssekretär a. D. in seiner Laudatio 2010) (Emser Pastillchen)
„Thomas C. Breuer ist der Chuck Berry unter den deutschen Literaten – und der Wilhelm Busch unter den Bluesern: da ist Musik drin.“ (Tom Schröder, SWR-Redakteur a. D. in seiner Laudatio 2011) (Blues-Louis)


