Sting

Sting (2009 Wikipedia)
Sting (2009 Wikipedia)

Sting – zum 70. Geburtstag Teil 2

Erstsendung vom 02.10.2021

Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 01:15
2. The Police Can’t Stand Losing You“ Outlandos d’Amour A&M Records 03:36
3. Sting If It’s Love The Bridge Universal 08:36
4. Sting Fortress Around Your Heart The Dream Of The Blue Turtles A&M Records 14:08
5. Sting Rushing Water Live vom Reeperbahn-Festival 2021 Universal 22:11
6. Sting Brand New Day Brand New Day A&M Records 26:51
7. Sting One World (Not Three ) / Love Is The Seventh Wave The Living Sea A&M Records 32:45
8. Sting If You Love Somebody Set Them Free The Dream Of The Blue Turtles A&M Records 38:53
9. Sting After The Rain Has Fallen
Brand New Day A&M Records 44:30
10. This War Sacred Love A&M Records 50:51
11. Sting Fragile The Living Sea A&M Records 57:38

Sting – zum 70. Geburtstag
Gordon Matthew Thomas Sumner, besser bekannt als Sting, wurde am 2. Oktober 1951 geboren. Er gründete 1977 das Trio Police, eine der wichtigsten und populärsten Gruppen des New Wave, veröffentlichte 1985 sein erstes Soloalbum („The Dream Of The Blue Turtles“) und stieg zu einem der bedeutendsten Songschreiber im Pop/Rock der edlen Kategorie auf. Auch als Filmschauspieler war er zu bewundern, er schrieb eine Autobiographie („Broken Music“), sammelte Grammys und andere Auszeichnungen und hielt Vorträge an Unis und Colleges zum Themenkreis Literatur und Musik.
Er zählt zu den TopTen der britischen Großverdiener unter den Popstars, vergaß aber nie seine soziale Verantwortung. So engagierte er sich für Amnesty International, setzte sich für den Erhalt der Regenwälder ein und unterstützt bis heute indigene Völker im Amazonas-Gebiet mit seiner Stiftung Rainforest Foundation, die Projekte nicht nur in Brasilien, sondern auch in Madagaskar, Thailand, Peru, Kongo und im Kamerun unterstützt.
Auch in seinen teils poetischen Songtexten griff er immer wieder politische und sozialkritische Themen auf, wobei Menschenrechte und Umweltschutz zu seinen zentralen Botschaften gehören.
Musikstilistisch öffnete er seine Songkompositionen in Richtung Jazz, Weltmusik und Klassik, überraschte 2006 mit Lautenmusik aus dem 17. Jahrhundert, danach 2009 mit traditionellen Winter- und Weihnachtsliedern und schließlich mit einem großorchestralen Projekt genannt „Symphonicity“, mit dem er seine großen Songs im klassischen Orchester-Sound „live in Concert“ präsentierte und auf insgesamt 5 CDs bzw. DVDs dokumentierte.
2011 erschien eine aufwändige CD- und DVD-Kompilation zu seinem 25. Jubiläum als Solist. Begleitend zu diesem Best-of-Rückblick ging er ab Oktober 2011 erneut auf Welttournee, diesmal mit einer 5-köpfigen Band unter dem Motto „Back to Bass“, was auch seine besondere Stellung als herausragender Bassist untermauerte. Seine Ausnahme-Qualitäten als wandlungsfähiger, ausdrucksstarker Sänger sind eh allgemein anerkannt. Durststrecken in seinem Output an schöpferisch überzeugenden Songkompositionen gab es immer wieder. Nach seinem Album „Sacred Love“ von 2003 dauerte es zehn Jahre bis Sting ein weiteres Album mit neuem Songmaterial veröffentlichen sollte. 2013 erschien sein ambitioniertes Werk „The Last Ship“ über den Niedergang der nordenglischen Werftindustrie seiner Heimatstadt Wallsend am River Tyne nahe Newcastle in den fünfziger Jahren. Zum gleichen Thema und unter dem selben Titel feierte 2014 das erste Sting-Musical am Broadway Premiere, allerdings ohne großen Erfolg – so wie auch das musikalisch gelungene Album weit hinter den Verkaufserwartungen zurückblieb. Nach der deutschen Uraufführung in Koblenz im Juli dieses Jahres wird das Musical ab Februar 2022 auch im Theater Lübeck über die Bühne gehen.
Während des pandemie-bedingten Lockdown schrieb Sting neue Songs für sein aktuelles Album „The Bridge“, das am 19. November 2021 erscheinen soll. Die vorab ausgekoppelte Single „If It’s Love“ ist an Stings eigenen kompositorischen Qualitätsmaßstäben gemessen kein großer Wurf, eher eine musikalische Enttäuschung – ein Urteil, das aber sicher nicht für das gesamte Songrepertoire des neuen Albums gelten wird. Eine gewisse kreative Flaute wird Sting von Kritikern schon seit einer Weile attestiert. Sein letztes Album „My Songs“ von 2019 versammelte ausschließlich altbekannte Songs in neuer Abmischung oder aktualisiertem Arrangement. Und für das Vorläuferalbum „57th & 9th“ von 2016 erhielt Sting von der Kritik nur äußerst verhaltenen Applaus.
In seiner langen Karriere hatte Sting auch mit persönlichen Krisen zu kämpfen. So litt er Anfang der achtziger Jahre unter einer Kokain-Abhängigkeit, was bei ihm zu aggressivem Verhalten und Streitsucht und damit zum Ende von The Police 1983 geführt habe, wie er 1993 in einem Interview mit dem Rockmagazin Q bekannte. Mitte der neunziger Jahre quälten ihn manisch-depressive Verstimmungen, die er allmählich mit psychologischer Unterstützung und Yoga überwand. Und er kannte auch Schreibblockaden, die über Wochen und Monate andauern konnten. Aber letztlich wurde er dann doch wieder von der Muse geküsst. Er wolle endlich wieder ein Lied schreiben, das aus der Reihe der üblichen Charterfolge tanzt, ein Song, der nicht den üblichen Formeln folgt, vertraute er 2013 dem New York Magazine an.
Songs dieser unverwechselbaren, inspirierenden Art hat er in der Vergangenheit schon viele geschrieben und sind ihm auch jederzeit wieder zuzutrauen.

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