Scott McKenzie – Der tragische Held der Blumenkinder

LP-Cover "The Voice of Scott McKenzie"
LP-Cover "The Voice of Scott McKenzie"

Scott McKenzie – Der tragische Held der Blumenkinder
Er starb heute vor 10 Jahren nach schwerer Krankheit – auf elende Weise
Als Songschreiber wurde er unterschätzt und ignoriert

Scott McKenzie war vielleicht der bekannteste Botschafter des „Summer Of Love“. Sein Hit „San Francisco“ stiegt zur Hymne der Blumenkinder auf. Aber im Grunde war das alles ein großes Missverständnis. Scott McKenzie war nie ein Hippie. Sein Blick auf die US-amerikanische Gesellschaft war realistisch. Er sah die Gewalt, den eskalierenden Vietnamkrieg und er wusste, dass der „Sommer der Liebe“ durch den Winter der Verzweiflung abgelöst wurde. Er war ein sensibler Charakter, eine psychisch fragile Persönlichkeit, hatte oft extrem starkes Lampenfieber und litt sein Leben lang immer wieder unter Depressionen.
2010 erkrankte er an einem schweren Nervenleiden, dem Guillain-Barré-Syndrom, das zu Lähmungserscheinungen führen kann. Er war alleine in seinem Haus als er am 18. August 2012 im Alter von 73 Jahren starb. Er müsse schreckliche Schmerzen in seiner Todesstunde erlitten haben, sagten Freunde, die noch kurz zuvor mit ihm über soziale Medien Kontakt hatten.
Scott McKenzie war mit einer wohlklingenden Stimme gesegnet und seine äußere Erscheinung prädestinierte ihn zum Posterboy der Blumenkinder. Aber er stand sich selbst im Weg, schlug die Mitgliedschaft bei den Mamas and Papas aus und traf die falsche Entscheidung, als er nach dem Welterfolg des Singlehits „San Francisco“ sein hastig eingespieltes Soloalbum mit schlagerhaften Streicherarrangements verkitschen ließ, womit er sein Album dem damaligen Zeitgeist entfremdete.
Ihm blieb nur der undankbare Status des One Hit Wonder. Sein hörenswertes zweites Soloalbum „Stained Glass Morning“ von 1970 ging völlig unter. Es sollte sein letztes eigenes Album bleiben.
Im Zuge der Sixties-Nostalgiewelle schloss er sich ab 1986 den neuformierten „New Mamas and Papas“ an, trat in TV-Playbackshows auf und wirkte teilweise nur noch wie eine Karikatur seiner selbst. 2009 zog er sich endgültig aus dem Popbusiness zurück.

Aus Anlass seines heutigen 10. Todestages widmet sich meine Sendung Volkers Kramladen dem als Songschreiber unterschätzten Star des „Summer of Love 1967“ Scott McKenzie
Die Playlist zur Sendung:
Artist / Track / Album / Label / Zeitplan

1. Scott McKenzie / Gone To Sea Again / Here I Am: Denny Doherty / Stateside / 00:00

2. L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik) / Touch Me There / Zappa Records / 00:28

3. Scott McKenzie / Like An Old Time Movie / The Voice Of Scott McKenzie / CBS / 02:21

4. The Smoothies / Softly / Softly / Decca Records / 06:54

5. The Journeymen / 500 Miles / American Ballads / Capitol / 10:20

6. Scott McKenzie / Wipe The Tears From Your Eyes / In Memoriam Scott McKenzie / Iris Music / 14:49

7. The Mamas & The Papas / California Dreaming / The Mamas & The Papas / Dunhill Records / 19:19

8. Scott McKenzie & The Mamas and The Papas / San Francisco / Monterey Pop Festival / Ode Records / 24:49

9. Scott McKenzie / No No No No / The Voice Of Scott McKenzie / Ode Records / 30:27

10. Scott McKenzie / What’s The Difference (Chaptert I) / The Voice Of Scott McKenzie / Ode Records / 35:27

11. Scott McKenzie / What’s The Difference (Chaptert II) / The Voice Of Scott McKenzie / Ode Records / 38:48

12. Scott McKenzie / What’s The Difference (Chaptert III) / The Voice Of Scott McKenzie / Ode Records / 43:24

13. Scott McKenzie / Stained Glass Morning / Stained Glass Morning / Ode Records / 47:30

14. Scott McKenzie / We’ve Been Asking Questions (live 2005) / My Generation – The Sixties Experience / PBS / 55:57

Hier ist ein Zusammenschnitt der Sendung mit allen Moderationen, aber nur kurzen Musikausschnitten (nur zur Dokumentation, deshalb in geringer Bitrate 112 kBit/sec.) zu hören:

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