Prince

Erstsendung: 31.05.2018

In diesem ersten Teil der zweiteiligen Prince-Hommage geht es vor allem um die Musik seiner letzten 10 Lebensjahre.

Playlist
Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 01:12
2. Prince Million $ Show Hit’n’Run Phase One NPG Records 04:13
3. Prince Baltimore Hit’n’Run Phase Two NPG Records 08:31
4. Prince Cinnamon Girl Musicology NPG Records, Columbia 13:57
5. Prince Dear Mr. Man Musicology NPG Records, Columbia 19:57
6. Prince Planet Earth Planet Earth NPG Records, Sony 25:30
7. Prince The Holy River Emancipation NPG Records 33:49
8. Prince 3121 3221 NPG Records 42:24
9. Prince Lavaux 20ten NPG Records 49:06
10. Prince When The Light Goes Down The Vault … Old Friends 4 Sale WEA Records, Warner Music 54:23

Er blieb der ewige Prinz am Hof der Black Music – zum 60. Geburtstag von Prince – eine zweiteilige Würdigung
Geboren am 7. Juni 1958 in Minneapolis als Prince Rogers Nelson machte er im April 1978 zum ersten Mal in den USA von sich reden mit der Veröffentlichung seines aufwändig produzierten Debütalbums „For You“. Wenig später begann für Prince eine beispiellose Karriere, die ihn binnen kurzem als Sänger, Songschreiber, Multiinstrumentalist und Produzent in den Olymp des Planeten Pop katapultierte. Seine beeindruckende Laufbahn endete abrupt, tragisch und völlig überraschend. Im Alter von nur 57 Jahren starb Prince am 21. April 2016 nach der Einnahme einer Überdosis eines extrem starken Schmerzmittels, des Opioids Fentanyl. Ein Selbstmord oder Fremdverschulden wurde ausgeschlossen; der abschließende Untersuchungsbericht geht von einer versehentlichen, unbeabsichtigten Überdosierung des Opioid-Schmerzmittels aus. Der Bericht legt allerdings die Vermutung nahe, dass Prince schon seit geraumer Zeit von Medikamenten und Schmerzmitteln abhängig gewesen sei. Aus seiner Umgebung verlautete, Prince habe wegen seiner jahrelangen exzessiven Tanzshows – immer mit High Heels an den Füßen – an schweren Hüft- und Knieschmerzen gelitten.
In seiner Anfangszeit stilisierte er sich als Kreuzung aus Punk-Ästhet und Rokoko-Schönling, als futuristische Variante von King Elvis und Jimi Hendrix, als moderne Mutation von James Brown und Sly Stone, als Mixtur aus Sex-Derwisch und Purpur-Prinz. Mit 13 Millionen verkaufter Exemplare seines Albums „Purple Rain“ von 1984 (inzwischen sind es über 25 Millionen) stieg Prince nicht nur zum erfolgreichsten, sondern auch zum innovativsten schwarzen Musiker in der zweiten Hälfte der 80er Jahre auf. Weitere Meilenstein-Alben wie „Sign O’ the Times“ und „Lovesexy“ beförderten noch seinen Ruhm als kreativer Superstar.
Doch Ende der 80er setzte eine künstlerische Flaute ein. Prince machte nur noch Schlagzeilen mit dem Verwirrspiel um seinen Namen (The Artist Formerly Known As Prince, TAFKAP, Symbol), mit dem zweifelhaften Sklavenhalter-Vorwurf gegenüber seiner Plattenfirma, der er zuvor den bis dato höchst dotierten Plattenvertrag aller Zeiten abgerungen hatte und mit dramatisch rückläufigen Plattenverkäufen und musikalischen Ideen.
Doch dann erkämpfte er sich innovatives Terrain zurück. Seine Dreifach-CD „Crystal Ball“ von 1998 verweigerte sich gänzlich den herkömmlichen Vermarktungs- und Vertriebswegen und wurde zunächst ausschließlich über das Internet propagiert und vertrieben.
Auch mit seinem Album „Planet Earth“ vom Juli 2007 sorgte er mit einem ausgefallenen Vertriebs-Clou für Schlagzeilen. In England brachte er das Album als Gratisbeilage einer Tageszeitung unter die Leute. Bei seiner anschließenden Tour erhielt jeder Konzertbesucher das Album als Dreingabe zum Konzertticket. Bei seiner Plattenfirma machte er sich mit solchen Aktionen keine Freunde. Aber die Aufmerksamkeit der Medien und Fans war ihm gewiss. Solche PR-Aktionen schienen auch nötig zu sein, denn die Pop-Öffentlichkeit war zwar noch immer sehr an ihm interessiert, an den Konzerten übrigens mehr als an seinen Alben der späten Jahre, aber an die Mega-Erfolge der 80er Jahre konnte er nicht mehr anknüpfen.
In seinem kommerziell doch wieder recht erfolgreichen Album „Musicology“ von 2004 besang er ungewollt sein eigenes Schicksal: er war Musik-Geschichte geworden, blieb aber immer noch hörenswert.
Von seinem kreativen Potenzial her, hätte er den Stellenwert von Michael Jackson nach dessen Affären einnehmen und damit den King beerben können. Aber er blieb der ewige Prinz am Hof des schwarzen Pop. Aus Anlass seines 60. Geburtstags widmet sich der Kramladen dem musikalischen Kosmos des großen Musikers Prince. Im ersten Teil geht es vor allem um die Musik seines letzten Lebensjahrzehnts. Teil 2 beschäftigt sich mit der Zeit davor.

 

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