Let It Be 50

(Photo-Graphic-Art: Gerd Coordes)
(Photo-Graphic-Art: Gerd Coordes)

Erstsendung: 14.05.2020

Vor 50 Jahren: das letzte Beatles-Album und das erste McCartney-Soloalbum

Kurzer Sendungstext:

Das Ende der Beatles wurde vor 50 Jahren besiegelt mit dem letzten Album und Dokumentarfilm „Let It Be“ und der Veröffentlichung des Solodebütalbums von Paul McCartney. Die Ära der größten schöpferischen Kraft der sechziger Jahre – und weit darüber hinaus – war Geschichte, und die Solokarriere der vier Ex-Beatles begann.

Playlist

Artist Track Album Label Zeitplan
1. L. Shankar Darlene (Kramladen-Themamusik) Touch Me There Zappa Records 01:10
2. The Beatles Fly On The Wall Let It Be – Naked Apple, Parlophone 04:21
3. The Beatles Get Back Anthology 3 Apple, EMI 11:34
4. The Beatles I Me Mine Let It Be Apple, EMI 18:21
5. Ringo Starr Sentimental Journey Sentimental Journey Apple, EMI 23:35
6. The Beatles Across The Universe Documents Apple, EMI 29:36
7. The Beatles Across The Universe Let It Be Apple, EMI 37:17
8. Powerillusi Lato B The Exotic Beatles Pt.3 Apple, EMI 43:02
9. The Beatles Let It Be Let It Be Apple, EMI 47:33
10. Joan As Police Woman Let It Be Let It Be … Reworked austromechana 51:08
11. Paul McCartney Maybe I’m Amazed McCartney Apple, EMI 57:20

Kramladen 14.05.2020
Vor 50 Jahren: das letzte Beatles-Album und das erste McCartney-Soloalbum

Das Ende der Beatles wurde vor 50 Jahren besiegelt – mit dem letzten Album und Dokumentarfilm „Let It Be“ und der Veröffentlichung des Solodebütalbums von Paul McCartney. Die Ära der größten schöpferischen Kraft der sechziger Jahre – und weit darüber hinaus – war Geschichte, und die Solokarriere der vier Ex-Beatles begann.
Sie schienen das Ende der Beatles gar nicht abwarten zu können. Noch vor dem Abgesang „Let It Be“ – das Album kam am 8. Mai 1970 auf den Markt – veröffentlichte Ringo sein Solo-Debütalbum „Sentimental Journey“, und zwar am 27. März 1970. Und John Lennon war mit dem Album „Live Peace In Toronto“ seiner Plastic Ono Band schon im Dezember 1969 vorgeprescht und hatte mit „Instant Karma“ im Februar 1970 bereits seine 3. Single mit der Plastic Ono Band vorgelegt, von seinen drei avantgardistischen Alben, die er mit Yoko Ono bereits 1968 und ’69 veröffentlicht hatte, gar nicht zu reden. Nur George Harrison ließ sich mit seinem Soloalbum „All Things Must Pass“ bis November 1970 Zeit, überraschte dann aber gleich mit einem Dreifach-Album.
Doch trotz dieser frühen Soloaktivitäten wollte keiner der vier Beatles es für die Zukunft völlig ausschließen, nicht doch wieder mit den andern gemeinsam ein Beatles-Album zu veröffentlichen – natürlich neben der eigenen Solokarriere, die alle unbeirrt anstrebten. Doch Pauls Pressemitteilung vom 10. April 1970, in der er die klare Ansage machte, er plane kein neues Album mit den Beatles und „Nein!“, er sähe keine Zukunft für die Lennon/McCartney-Songschreiberpartnerschaft, verbaute den andern die Möglichkeit aufeinander zuzugehen. Pauls spektakuläre Mitteilung, er habe sich von den Beatles getrennt, wurde ihm als clevere Werbeaktion ausgelegt, um sein Soloalbum „McCartney“ zu promoten, das drei Wochen vor „Let It Be“ erschien.
Doch seine Erklärung, er habe die Beatles verlassen, sollte ihm persönlich, seinem Soloalbum und seinem Karrierestart als Solokünstler schwer schaden. Plötzlich stand er als egoistischer Buhmann da, der für das Ende der größten Band des Planeten Pop alleine verantwortlich war, was so natürlich nicht stimmte, aber genauso rüberkam. Die negative Presse und die Antipathien vieler Fans, mit denen Paul in den Folgejahren zu kämpfen hatte, hingen ganz sicher damit zusammen.
Der letzte Beatles-Film „Let It Be“ kam am 13. Mai 1970 in die US-amerikanischen und am 20. Mai in die britischen Kinos.
Alle anderen Filme und Platten der Beatles wurden mit oder ohne Jubiläum wiederveröffentlicht, meist im aufwändigen Stil. Nicht aber „Let It Be“. 1984 erschien eine VHS-Kassette des Films, die aber wenig später wieder vom Markt genommen wurde, angeblich auf Betreiben von George Harrison, der eine weitere Verbreitung seiner im Film gezeigten Auseinandersetzungen mit Paul McCartney unterbinden wollte. Seit 2002 war immer wieder zu hören, dass eine DVD des „Let It Be“-Films geplant sei. Doch 2008 beendete die Beatles-Firma Apple diese Spekulationen und erklärte: „Weder Paul noch Ringo würden sich besonders wohl dabei fühlen, einen Film über die Beatles herauszugeben, in dem sich alle gegenseitig auf die Nerven gehen“. Damit schien das Kapitel „Let It Be“ als Film endgültig erledigt zu sein. Doch im März überraschte die von Disney verbreitete Meldung, dass ausgerechnet der „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson – selbst ein bekennender Beatles-Fan – an einem „Let It Be“-Nachfolgefilm arbeiten würde, der weit über das Filmmaterial des historischen „Let It Be“-Films hinausginge. Aus 55 Stunden von bislang unveröffentlichtem Filmmaterial und aus Teilen des bekannten „Let It Be“-Films von 1970 würde Peter Jackson einen neuen Film unter dem Titel „The Beatles: Get Back“ im Laufe der nächsten Wochen fertig stellen und am 4. September 2020 weltweit in die Kinos bringen – wobei die Einhaltung dieses Datums wegen der Corona-Krise inzwischen in Frage steht.

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